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Skiverband suspendiert Paul Accola

Der Schweizer Skistar Paul Accola unterwirft sich nur ungerne strengen Regeln. Keystone / Laurent Gillieron

Der Schweizerische Skiverband (Swiss-Ski) hat Paul Accola wegen wiederholter Disziplinlosigkeiten bis auf Weiteres suspendiert. Auslöser dieser Sanktion war das verspätete Einrücken zur so genannten Werbewoche von Swiss-Ski in Zermatt.

Der 33-jährige Bündner Accola wurde daraufhin von Swiss-Ski-Direktor Jean-Daniel Mudry nach Hause geschickt.

Paul Accola hätte in der Vergangenheit verschiedentlich jenes Verhalten vermissen lassen, das von einem grossen Champion erwartet werden könne, hält Swiss-Ski fest. «Wir wollen im Verband eine klare Linie», sagt Mudry, «und daran haben sich alle zu halten». Accola wollte sich zur Angelegenheit nicht äussern: «Es ist wohl besser, wenn ich schweige», sagte der Skirennfahrer.

Accola wird in der nächsten Woche vom Skiverband angehört. Danach wird, wie es im Communiqué von Swiss-Ski heisst, «über die weitere sportliche Zukunft» des Weltcup-Gesamtsiegers von 1992 entschieden. Das mögliche Strafmass reicht laut Reglement von einer befristeten Sperre über die Bezahlung von Kurstagen bis zu einem Kaderausschluss. Um eine happige Busse wird Accola kaum herumkommen.

Letztmals wurde Paul Accola im Dezember 1998 noch von der alten SSV-Leitung wegen verbandsschädigender Äusserungen mit einer hohen Busse belegt. Diese wurde ihm dann erlassen, nachdem er an der WM in Vail — als einziger Schweizer neben Steve Locher — eine Medaille (Bronze in der Kombination) errungen hatte.

Anschliessend forderte Accola im legendären TV-Interview die Absetzung der Teamleitung, was ihm erneut einen strengen Verweis eintrug. Inzwischen hat die gesamte Swiss-Ski-Leitung gewechselt, aber Accola ist der Alte geblieben.

Im letzten Winter gehörte Paul Accola zu den regelmässigsten Schweizer Skirennfahrern. Er errang zwar nur einen einzigen Podestplatz (in der Kombination), holte aber insgesamt 547 Weltcuppunkte und war damit der Drittbeste im Männer-Team. Trotz seiner 33 Jahre denkt er noch nicht an einen Rücktritt.

Falls innerhalb der Verbandsleitung Überlegungen in diese Richtung gehen sollten, wäre wohl auch mit Opposition von Seiten der Skifirma Stöckli zu rechnen. «Eine solche Bestrafung kann ich mir nicht vorstellen», sagt Firmenchef Beny Stöckli, «das käme ja einem Berufsverbot gleich.»

swissinfo und Agenturen

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