Midterms: US-Demokraten rufen in Schweizer Trams zur Wahl auf
Demokraten wollen US-Bürger in der Schweiz mobilisieren. Sie hoffen, von einer hohen Wahlbeteiligung zu profitieren.
«Are you a US citizen?», fragen Flyer in Trams in Basel und Genf sowie Plakate in Zürich. Sie rufen in der Schweiz lebende amerikanische Bürger auf, sich für die Zwischenwahlen vom November in ihrem Heimatstaat zu registrieren und an den Midterms teilzunehmen.
Die QR-Codes darauf leiten zu parteiunabhängigen Wahlinfo-Webseiten. Hinter dieser Kampagne stecken aber nicht die USA als Staat, sondern die Democrats Abroad, die Schweizer Sektion der Demokratischen Partei.
Die Demokraten hoffen, dass sie unter den Angesprochenen mehr Sympathisanten haben als die Republikaner, Donald Trumps Partei. Bei der letzten Präsidentschaftswahl 2024 lebten nach Bundesangaben fast 32’000 US-Wahlberechtigte in der Schweiz. Etwa die Hälfte sind Doppelbürger.
Die Democrats Abroad hätten hierzulande mehrere Tausend Mitglieder, sagt Liz Voss, Präsidentin des Basler Ablegers. Die genaue Zahl nennt sie nicht.
Vor den US-Wahlen 2024 sprachen wir mit Liz Voss und Tariq Dennison, dem Vertreter der Republicans Overseas. Lesen Sie hier unseren Artikel aus dem Archiv:
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Kalifornien und Texas seien die Heimatstaaten der meisten US-Bürger in der Schweiz. Davon lebten die meisten in Basel, Genf und Zürich, so Voss. «Nach Basel beispielsweise ziehen viele Menschen aus den USA, um in der Pharmaindustrie zu arbeiten. Sie stammen oft aus dem Silicon Valley, aus Nordkalifornien oder aus New York und New Jersey.»
In der Schweiz um Wählende geworben hatten die Democrats Abroad auch bei den letzten Midterms 2022 – mit dem Ziel, im Kongress zuzulegen. Die Pandemie hatte zuvor physische Versammlungen erschwert und neue Wege nötig gemacht. «Grossflächige Werbung im öffentlichen Verkehr schien die beste Verwendung unserer finanziellen Mittel zu sein», erklärt Liz Voss.
Machtwechsel als Ziel und Motivation
War damals Trump nicht im Fokus, so ist er es seit den US-Wahlen 2024 umso mehr. «Viele von uns nahmen seine mögliche Rückkehr als existenzielle Bedrohung wahr», sagt Voss. Tatsächlich ist er wieder im Amt. «Heute wird unser Engagement in der Tat von der Frage geprägt, ob wir Trumps politische Agenda aufhalten können.»
Die aktuelle Kampagne dürfte eine tiefere fünfstellige Summe kosten. Die Democrats Abroad finanzieren sich aus Spenden; Mitgliederbeiträge gibt es bei ihnen nicht. Dass gerade jetzt Flyer in Trams hängen, liegt an saisonal günstigen Konditionen der Verkehrsbetriebe.
Die Kampagne auf öffentlichem Grund hat überdies besonderes Gewicht, weil neue Datenschutzvorschriften bezahlte politische Werbung auf Social-Media-Plattformen verunmöglichen. Neben den Plakaten gehören Postkarten an Mitglieder dazu.
Eine SRF-Anfrage beim republikanischen Pendant, den Republicans Overseas, nach ihren Aktivitäten in der Schweiz blieb unbeantwortet.
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