The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Das Dorf Zervreila

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Als Kind war ich fasziniert von versunkenen Dörfern. Es ging dabei nicht etwa um Atlantis irgendwo im Meer, sondern um reale Schweizer Dörfer. Davon gibt es einige, die in einem Stausee verschwunden sind. Zum Beispiel: Zervreila.

Herzliche Grüsse aus Bern

Das Dorf Zervreila
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Jules Geiger

Auf dem Weg zur Wasserkraft-Nation mussten einige Schweizer Dörfer weichen.

In der Schweiz diskutieren wir heute über die Energiewende, für die einige grössere Solaranlagen in schönen Landschaften aufgestellt werden sollten. Ein Konflikt, in dem es keine einfache Lösung gibt.

Grüne Energie gegen Landschaftsschutz – das war schon vor hundert Jahren ein heisses Eisen. Die Schweiz baute in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts zahlreiche Stauseen in engen Bergtälern und flacheren Gegenden. Dass dort Menschen lebten und umgesiedelt werden mussten – ein Kollateralschaden, den es auszuhalten gab.

Mehrere Schweizer Dörfer versanken so in den Fluten, nachdem ein paar zuvor noch von der Armee als Übungsgelände bombardiert worden waren. Mein Kollege Andrea Tognina hat einige Beispiele von gefluteten Dörfern für Sie aufgearbeitet.

FAhrräder im Lager
© Keystone / Salvatore Di Nolfi

Das Lieferketten-Paradox: Zuerst die Mangellage, nun plötzlich randvolle Lager!

In den ersten beiden Jahren der Coronavirus-Pandemie wurden vieleLieferketten unterbrochen. Zahlreiche Regale in Läden und Fachmärkten standen zeitweise leer: «Dieser Artikel ist gegenwärtig nicht erhältlich.»

Nun scheint das Pendel zurückzuschwingen. Erste Geschäfte beginnen, über zu volle Lagerhallen zu klagen. So etwa Velo-Fachgeschäfte, wie SRF News berichtet. Wegen dem Run auf Velos hatten die Händlerinnen und Händler Velos auf Vorrat bestellt, um den Lieferengpässen auszuweichen.

Doch geliefert wurden nicht alle sofort. Nachdem nun die Lieferketten wieder zu greifen begannen, wurden sie plötzlich mit Velos überschwemmt. Und gemäss Radio SRF sollen auch Möbelhäuser auf zu viel Ware sitzen. Gut möglich also, dass Sie bei ihren nächsten Aufenthalt in der Schweiz ein Schnäppchen machen können!

Lernende in einer Gärtnerei
© Keystone / Christian Beutler

Junge Menschen brechen ihre Berufslehre immer häufiger ab.

Die Schweiz ist stolz auf ihr duales Bildungssystem. Ein wichtiger Pfeiler davon ist die Berufslehre, bei der junge Menschen ein Handwerk von der Pike auf erlernen können, sei es im Baugewerbe, im Büro, im Verkauf, usw.

Nun stellt sich heraus, dass jedes Jahr weit über 10’000 Lehrlinge ihren Lehrvertrag vorzeitig auflösen. Das ist mehr als jede fünfte Person in einer Berufslehre, wie Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen, die Publikationen der Tamedia-Gruppe heute veröffentlicht haben.

Der Grossteil von ihnen führt die Lehre immerhin weiter, oft in einem anderen Betrieb. «So beginnt denn auch die überwiegende Mehrheit nach einer Auflösung wieder eine Lehre», heisst es im Artikel. Doch auch die Quote der effektiv abgebrochenen Lehren hat zugenommen. «Angesichts der hohen Quoten stellt sich die Frage: Hat die Schweiz ein Problem im Bildungswesen?«, fragt der Tages-Anzeiger.

Polizeiuniform Detail
© Keystone / Michael Buholzer

Die Schweizer Polizei hat ein Problem: Es heisst «Kantönligeist».

Stellen Sie sich vor, bei Ihnen wurde eingebrochen. Eine bekannte Bande steckt dahinter. Doch an Ihrem Wohnort ist sie nicht bekannt. In der Nachbarstadt hingegen wüsste die Polizei bereits viel über diese Kriminellen. Doch der Datenaustausch mit der Polizeistation an Ihrem Wohnort verläuft nur schleppend und mit viel Aufwand.

So ähnlich läuft es gegenwärtig in der Schweiz. Was zwischen europäischen Ländern funktioniert, nämlich der Datenaustausch über Straftaten und Kriminelle, harzt in der Schweiz über die Kantonsgrenzen hinweg.

«Das ist eine wirklich ungenügende Situation», zitiert SRF News den Präsidenten der Konferenz der kantonalen Polizeikommandantinnen und -kommandanten. Nun soll bis nächstes Jahr ein so genanntes Konkordat vorliegen, das den Datenaustausch vereinfachen und so Kriminellen den einfachen Kantonswechsel erschweren soll.

Meistgelesen
Fünfte Schweiz

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft