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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Leider kann ich Ihnen heute nichts anderes bieten als das Thema der Stunde: Das Coronavirus hat einen Einfluss auf alle, die in der Schweiz leben.

Trotzdem ganz herzliche Grüsse aus Bern, und bleiben Sie gesund!

Keystone / Niaid- Rml/national Institutes O

Am Coronavirus kommt in der Schweiz niemand mehr vorbei. In den Medien findet kein anderes Thema mehr Platz, deshalb heute ein monothematisches Briefing. Wie geht die Schweiz mit der Situation um?

Zu Hause bleiben. Das ist noch immer die wichtigste Massnahme im Kampf gegen die flächendeckende Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz. Unterdessen wurden bereits erste Gastrobetriebe angezeigt, die sich im Kanton Wallis nicht an die verordnete Betriebsschliessung gehalten haben. Laut Polizei drohen ihnen hohe Strafen.

Heute wurde bekanntgegeben, dass die Abstimmung vom 17. Mai nicht durchgeführt wird. Wichtigstes Thema wäre die Begrenzungs-Initiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) gewesen, deren Annahme einen faktischen Austritt der Schweiz aus dem freien Personenverkehr mit der Europäischen Union (EU) bedeuten würde.

Zudem werden nun die Schmerzmittel rationiert. Seit 14 Uhr dürfen Ärzte und Apotheken ihren Kunden nur noch eine Packung pro Einkauf abgeben. Betroffen sind alle gängigen Produkte. Die Massnahme gelte für sechs Monate, hiess es.

provette
Keystone / Olivier Hoslet

Sie haben eine Ausschreibung der Europäischen Kommission gewonnen. Die Forschenden des Tessiner Instituts für Biomedizin. Mit dem Geld beteiligen sie sich an der Entwicklung von Therapien und Impfstoffen gegen das Coronavirus.

Immuntherapien gegen das neue Coronavirus. An diesem Ziel arbeiten Luca Varani und seine Crew im Tessin. Sie verfolgen drei verschiedene Ansätze. Allen gemeinsam ist, dass Blut oder Antikörper von geheilten Personen auf Kranke übertragen werden.

Einer der Ansätze ist eine Spezialität des Labors: Die Forschenden suchen bei ihrer vielversprechenden Methode nur jene Antikörper bei Geheilten, von denen nachgewiesen werden konnte, dass sie das Coronavirus besiegen können. Diese werden dann künstlich hergestellt. «Der Vorteil ist, dass wir sie unbegrenzt produzieren können», sagt Institutsleiter Varani im Interview meines Kollegen Luigi Jorio.

Allerdings sei bei jeder Methode vor zu viel Enthusiasmus gewarnt: Bis zur Zulassung eines Arzneimittels dauere es im besten aller Fälle mindestens zwei Jahre, sagt der Laborchef.

Daniel Gehr mit Surfbrett am Strand
zvg

«Kommt zurück in die Schweiz!» Dies die Aufforderung des Bundesrats an Schweizerinnen und Schweizer, die auf Auslandreisen sind. Doch das für viele ist nicht so einfach.

Einige stecken fest, sind ohne Informationen oder wollen gar nicht heimkommen. So etwa ein 29-jähriger Zürcher. Er hatte sich auf Weltreise begeben. Die Krankenkasse ist abgemeldet, die Wohnung gekündigt. Zurzeit ist er in Sri Lanka. «Ich fühle mich hier sicher und wohl», sagt er gegenüber unserer Korrespondentin Eva Hirschi.

Er sei unterdessen der einzige Gast im Hotel. «Die Hotelangestellten flehen mich nahezu an, zu bleiben. Ihr Einkommen hängt davon ab.» Er vermutet, in dieser Isolation sicherer zu sein als in der Schweiz.

Zwei junge Bernerinnen hingegen, die per Velo in der Natur Bosniens unterwegs waren, erfuhren erst von der Krise, als sie zurück in der Zivilisation wieder Internetverbindung hatten. Nun wollen sie versuchen, zurück in die Schweiz zu gelangen – irgendwie.

Keystone / Urs Flueeler

Viel Kritik musste die Landesregierung in den letzten Tagen einstecken. Nun erhält der Bundesrat von prominenter Seite Rückendeckung.

Zu spät, zu zögerlich, zu wenig konsequent, den voranschreitenden Kantonen stets hinterherhinkend, führungsschwach. Dies und mehr musste sich der Bundesrat (Landesregierung) in letzter Zeit anhören. Franz Steinegger, erfahrener Krisenmanager, bricht nun eine Lanze für die Massnahmen der Regierung.

Der ehemalige Parteipräsident der Freisinnigen betont im Artikel meines Kollegen Renat Künzi, dass die Schweizer Kantone ganz unterschiedliche Bedürfnisse hätten und man darauf Rücksicht nehmen müsse. Der Bundesrat habe dann aber «rasch und zweckmässig» reagiert.

Wie es der Zufall will, forscht Steineggers Sohn über die Effektivität von Impfkampagnen. Deshalb weiss Steinegger genau, wovon er spricht. Die Algorithmen, die das Team seines Sohnes verwende, liessen sich auf die Ausbreitungsszenarien des Coronavirus übertragen.

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