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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Wir zählen hier Tag vier des Corona-Lockdown in der Schweiz. Die Landesregierung verhängte heute weitere Verbote und sprach mehr Geld für die Wirtschaft.

Ganz herzliche Grüsse aus Bern, bleiben Sie daheim – und gesund!

Keystone / Peter Klaunzer

Während China langsam etwas aufatmen kann, steht der Schweiz laut Experten die vermutlich schwerste Woche der Corona-Krise bevor. Der Bundesrat reagiert.

Erneut hat heute der Bundesrat (Landesregierung) über die neusten Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus informiert. Neu ist, dass Ansammlungen über fünf Personen verboten werden. Und die Hilferufe aus der Wirtschaft wurden erhört. Sie soll mit zusätzlich 32 Milliarden Franken unterstützt werden. Ob das allerdings reicht, daran zweifeln viele.

Durch die «ausserordentliche Lage» erhält der Bundesrat mehr Macht. Der Politikwissenschaftler Antoine Chollet ist über diese Situation besorgt, wie er im Interview mit meiner Kollegin Marie Vuilleumier sagt: «Im Ausnahmezustand ist die Gefahr einer übermässigen Machtballung sehr real.»

Ergreifender Moment schliesslich heute Mittag: Auch in meinem Wohnquartier – ich arbeite im Homeoffice – spendeten Menschen auf vielen Balkonen Beifall für jene, die sich in den Spitälern um die Erkrankten kümmern. Der Berufsverband der Pflegenden zeigte sich erfreut, betonte aber, wie wichtig es sei, dass jede und jeder dabei mithelfe, dass sich das Virus nicht noch stärker ausbreiten könne.

Keystone / Alexandra Wey

Sie leben im Ausland. Sie sind Schweizerinnen und Schweizer. Aber nun sind sie in der Schweiz steckengeblieben. Wir haben mit ihnen gesprochen.

Zum Beispiel Rolf Schoch. Er kam Anfang März. Sein Plan: Heimaturlaub in der Schweiz. Eigentlich wollte er sieben Wochen hierbleiben. Doch als sich die Situation in der Schweiz verschärfte, buchte er für vorgestern sofort einen Rückflug nach Brasilien.

Daraus wurde allerdings nichts. Während der Flug einen Tag zuvor noch durchgeführt wurde, blieb Schoch hier stecken. Nun hofft der 66-Jährige, auf anderem Weg über São Paulo irgendwie wieder nach Hause zu kommen. «Dort habe ich meinen Freundeskreis, mein Haus, meine Haustiere», erzählte er meiner Kollegin Melanie Eichenberger.

Esther Spori hat unterdessen aufgegeben. Nach unzähligen Versuchen, einen Flug zurück nach Marokko zu ergattern. Nun sitzt sie bei ihrer Schwester in Bern fest. Die 72-Jährige nimmt die Situation relativ gelassen: «Das Ereignis betrifft die ganze Welt, was soll ich mich da aufregen?»

due giovani davanti all ingresso di una palazzina.
swissinfo.ch

Auf vielen Bildern zur Corona-Krise tragen die Menschen Gesichtsmasken. Auf den Strassen aber nicht. Wer soll wann welche tragen? Die Erklärungen sind komplex.

Mein Kollege Peter Siegenthaler machte sich auf, um Antworten zu finden auf seine Fragen: Warum sollen Gesunde keine Gesichtsmasken tragen, während diese in Heimen und Spitälern Pflicht sind? Geht es darum, die Mangelware fürs Pflegepersonal zu sichern?

Beim Bundesamt für Gesundheit heisst es, Hände waschen und Distanz zu anderen Menschen halten bringe viel mehr Schutz, als eine Hygienemaske. Bei erkrankten Menschen hingegen würden Masken Sinn machen, «weil sie verhindern, dass die Viren herumgeschleudert werden». Allerdings: Wer krank ist, gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Das Bundesamt warnt auch vor dem Tragen, weil man sich mit Masken in falscher Sicherheit wiegen und die Abstandregel missachten könnte. Zudem stelle eine unsachgemässe Anwendung auch ein Risiko dar. Peters Fazit: «Die Bevölkerung scheint der Gesundheitsbehörde zu vertrauen. Trotz reissendem Absatz der Schutzmasken werden diese in der Öffentlichkeit kaum von jemandem getragen

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