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Leute posieren vor dem Schriftzug FIFA Worldcup in Doha

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizer:innen im Ausland

In knapp einem Monat findet die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar statt. Das erste Mal im Winter, das erste Mal in einem arabischen Land. Ich wollte wissen, wie es sich als Schweizer:in in einem Land lebt, das seit der WM-Vergabe in der Kritik steht. Ein Geologe, eine Schülerin, eine Lehrerin und ein Küchenchef haben mir Einblick in ihr Leben am Persischen Golf gewährt.

Freundliche Grüsse

Skyline von Doha
Keystone / Robert Ghement

Vier Wochen bis zur Fussball-WM – vier Schweizer:innen in Katar erzählen uns von ihrem Leben.

Bis zum Anpfiff der Fussball-Weltmeisterschaft erzählen uns jede Woche eine Auslandschweizern oder ein Auslandschweizer, wie es ist, in Katar zu leben, zu arbeiten und wie die Stimmung wenige Wochen vor WM-Beginn ist. Den Anfang macht Andreas Briner, 53-Jährig, Geologe, verheiratet, drei Kinder.

Briner wohnt mit seiner Familie seit sechs Jahren in Doha – seit über 20 Jahren lebt er im Ausland. Mit anderen Schweizer:innen vor Ort komme er kaum in Berührung – von all seinen Posten in den letzten Jahren hat es in Katar mit 219 Auslandschweizer:innen zwar die grösste Schweizer Gemeinschaft. Im Land am Persischen Golf leben rund drei Millionen Menschen, wovon allerdings nur 15% Kataris sind.

Den Hauptteil der Bevölkerung machen Arbeitsmigrant:innen ohne katarische Staatsbürgerschaft aus. Das Land hat eine der höchsten Ausländer:innenquoten der Welt. Katar sah sich seit der WM-Vergabe mit heftiger Kritik konfrontiert. Die Missstände sind laut Amnesty International noch lange nicht behoben: Homophobe Gesetze, Einschränkungen der Pressefreiheit und arbeitsrechtliche Mängel.

Simonetta Sommaruga und ihr Mann
Keystone / Marcel Bieri

Bundesrätin Simonetta Sommaruga fällt vorläufig aus.

Heute teilte das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mit, dass Bundesrätin Simonetta Sommaruga ausfällt. Grund sei der gesundheitliche Zustand ihres Ehemanns, der sich im Spital befindet. Wenn eine Bundesrätin ausfällt, ist es üblich, dass Vertreter:innen des Departements die Vorsteherin vertreten – zum Beispiel bei Kommissionssitzungen oder Terminen ausserhalb der Verwaltung.

Seit 16 Jahren ist Sommaruga mit dem Schriftsteller Lukas Hartmann (78) verheiratet. Dieser sei im Spital «in guten Händen», hiess es vom Uvek. Weitere Angaben macht das Departement derzeit mit Bitte um Respektierung der Privatsphäre der Bundesrätin und ihres Mannes nicht.

Lukas Hartmann ist ein Pseudonym: Mit bürgerlichem Namen heisst der Ehemann der Bundesrätin Hans-Rudolf Lehmann. Er hat erst vor wenigen Wochen sein neustes Buch veröffentlicht. «Ins Unbekannte» heisst der historische Roman, der in der Schweiz und der Sowjetunion spielt.

Der Maler Heinrich Füssli im Gespräch mit Johann Jakob Bodmer
Domaine public

Zu einem berühmten Auslandschweizer: Johann Heinrich Füssli.

Bei meinen Recherchen über berühmte Auslandschweizer:innen bin ich schon oft über den Namen Johann Heinrich Füssli gestolpert. Was hinter diesem Namen steckt, wusste ich aber bis heute nicht. Für die Engländer war Füssli Henry Fuseli – «the Wild Swiss». Ein atypischer Maler, ein Wegbereiter des Symbolismus und der Romantik und sehr beliebt beim sensationshungrigen englischen Publikum.

Er lebte zwischen 1741 bis 1825. Heute würde man wohl sagen, dass Füssli ein «Whistleblower» war. Er wurde zwar in ein Künstlermilieu hineingeboren, doch sein Vater zwang ihn, Pfarrer zu werden. Füssli begann eine Karriere als Weltenbummler. Er war furchtlos, liess sich zu Frechheiten hinreissen. Auf der Suche nach einem neuen Beruf machte er sich auf den Weg, um die grossen Genies der Aufklärung kennenzulernen, allen voran Jean-Jacques Rousseau. In einem anonymen Pamphlet attackierte Füssli alle Kritiker des Genfer Philosophen.

Füssli stirbt 1825. Er wird in der St. Paul’s Cathedral in London beigesetzt. Die Schweiz vergisst ihn, Europa auch. «Anfang des 20. Jahrhunderts, als Zürich eine Ausstellung über die Familie Füssli organisiert, wird Johann Heinrich nicht einmal erwähnt», sagt Andreas Beyer, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Basel. Das zu dieser Zeit veröffentlichte Historisch-Biografische Lexikon der Schweiz widmet Füssli nur etwa zehn Zeilen und legt mehr Gewicht auf seine Brüder und Cousins. Erst in den 1920er-Jahren wurde Füssli dank des Surrealismus wiederentdeckt.

Bild von den Büroräumlichkeiten von SWI swissinfo.ch
swissinfo.ch

Und zum Schluss ein Wort in eigener Sache: SWI swissinfo.ch erhält eine top Qualitätsbewertung.

Heute erschien das «Jahrbuch Qualität der Medien» des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) der Universität Zürich mit den jährlichen Kennzahlen zur Medienqualität, Mediennutzung, Medienkonzentration sowie zur Entwicklung des Schweizer Mediensystems.

SWI swissinfo.ch nimmt in der Qualitätsbewertung einen Spitzenplatz ein: Mit einem Qualitätswert von 7,7 sind wir die Nummer eins unter den SRG-Onlineplattformen. Bewertet werden Relevanz, Vielfalt, Ordnungsleistung und Professionalität. Wir konnten uns gegenüber dem Vorjahr sogar um 0,5 Punkte steigern.

SWI swissinfo.ch wird vom Fög explizit für die hohe Qualitätsnote gelobt, besonders wegen der relevanten Berichterstattung und der noch stärkeren Bereitstellung von Hintergrundinformationen. Diese Bewertung macht uns sehr stolz und motiviert uns Journalist:innen, weiterzumachen und für Sie zu schreiben, fotografieren und filmen.

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