«Sudan 1»: Nur 1 Produkt in der Schweiz betroffen
Nur eines von 359 englischen Produkten, die mit dem krebeserregenden Farbstoff "Sudan 1" kontaminiert sind, wurde in die Schweiz importiert.
Der Grossteil der auf einer englischen Liste aufgeführten Produkte werde nicht in die Schweiz geliefert, teilte das Bundeamt für Gesundheit am Montag mit.
Die Schweiz hat am Samstag von der britischen Lebensmittelaufsicht eine Liste der Produkte erhalten, die den krebserregenden Farbstoff «Sudan 1» aufweisen. Dies, nachdem Grossbritannien am Freitag laut der «Times» die «grösste Rückrufaktion in der britischen Geschichte» ausgelöst hatte.
Die meisten der kontaminierten Produkte würden nicht in die Schweiz geliefert, meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Deshalb würden die seit Sommer 2003 laufenden Grenzkontrollen im Moment nicht verschärft.
«Bei ihren regelmässigen Kontrollen haben die Kantonschemiker zum letzten Mal vor gut einem halben Jahr geringe Spuren des roten Farbstoffs ‚Sudan 1‘ in der Schweiz gefunden», sagte BAG-Sprecherin Susanne Hertig. Der Farbstoff ist demnach nicht akut lebensgefährlich.
Farbstoff in Chilipulver
Am Freitag hatte die britische Lebensmittelaufsicht angeordnet, dass mehrere hundert Lebensmittelprodukte – von Teigwaren bis zur Fertigpizza – aus den Regalen genommen werden müssen. Mit dabei sind auch Markenprodukte der Lebensmittelkonzerne Unilever und Heinz.
«Sudan I» wird normalerweise zum Färben von Benzin, Schuhcreme, Ölen und Wachsen eingesetzt. Der rote Farbstoff war in einer Charge Chilipulver enthalten, die zur Herstellung von Worchestersauce verwendet wurde.
Diese Sauce wiederum wurde als Zutat bei der Herstellung von mehr als 350 verschiedenen Tiefgefrier- und Frischprodukten wie Pasteten, Sandwichs, Wurst, Suppen oder Saucen verwendet.
Verunreinigte britische Erzeugnisse seien auch in zahlreiche andere Länder exportiert worden, darunter auch die Schweiz, hiess es.
Geringe Gefahr
Bei einem vorübergehenden Konsum von Produkten mit «Sudan I» ist laut Analysen des BAG jedoch nicht mit einer gesundheitsschädigenden Wirkung zu rechnen.
Auch die britischen Behörden bezeichnen die von den belastenden Produkten ausgehende Gefahr als wahrscheinlich nur gering. Die Verbraucher sollten jedoch nicht unnötigen Risiken ausgesetzt werden.
Der krebserregende Farbstoff darf seit 1995 in der gesamten Europäischen Union nicht mehr in der Produktion von Lebensmitteln eingesetzt werden. Auch in der Schweiz ist der Farbstoff verboten.
swissinfo und Agenturen
«Sudan I» ist ein synthetischer Farbstoff, der zum Färben von Benzin, Schuhcreme, Ölen und Wachsen benutzt wird.
In der EU ist der krebserregende Farbstoff in Lebensmitteln seit 1995 verboten, in den USA bereits seit 1918.
Labortests haben dessen krebserregende Wirkung bei Mäusen, Ratten und Kaninchen nachgewiesen.
«Sudan 1» wird benutzt, um einige Chilipulver zu färben, die in Indien hergestellt und in die ganze Welt exportiert werden.
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