Wohlriechender Gewinn für Givaudan
Der Gewinn des weltgrössten Riechstoff- und Aromen-Herstellers Givaudan ist im Jahr 2004 um 20% auf 350 Millionen Franken gestiegen.
Für das laufende Jahr ist der Schweizer Parfümriese optimistisch, die führende Marktposition verteidigen und erneut ein gutes Resultat erzielen zu können.
Mit einem Gewinn von 350 Millionen Franken (Vorjahr 216) kann der Riechstoff- und Aromen-Hersteller Givaudan auf ein erfolgreiches Jahr 2004 zurückblicken.
Trotz der Gewinnsteigerung ging der Umsatz auf 2,68 (2,72) Milliarden Fr. zurück, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In Lokalwährungen resultierte ein Umsatzwachstum von vier Prozent, hiess es.
Restrukturierungskosten von rund 21 Mio. Fr. haben das Ergebnis des Herstellers von Aromen wie Käse oder Coca-Cola belastet. Der Parfümriese hat damit die Markterwartungen verfehlt.
Stagnierende Umsätze
Die Umsätze in beiden Geschäftsbereichen von Givaudan haben 2004 in Franken stagniert. Die Aromensparte setzte unverändert 1,61 Mrd. Fr. um. Die höchste Wachstumsrate erzielte Givaudan mit dieser Sparte in Lateinamerika. Bei den Segmenten hatten die Süsswaren und Milcharomen die Nase vorn.
In der kleineren Sparte der Riechstoffe sank der Umsatz leicht auf 1,07 Mrd. Fr. Hier legte Givaudan besonders in der Luxusparfümerie und bei den Spezialität-Ingredienzen deutlich zu. Der Konzern will sich auf hochwertige Riechstoffmoleküle konzentrieren.
Givaudan eröffnete im vergangenen Jahr drei neue Zentren, die den Konzern bei den kulinarischen Aromen und im Food-Service stärken sollen. Die Anlagen befinden sich in Singapur, Cincinnati und Kemptthal.
Das im Januar 2004 angekündigte Programm zur Steigerung der operativen Margen habe sich positiv ausgewirkt, teilte Givaudan weiter mit. Im laufenden Jahr sollen weitere Einsparungen erzielt werden.
Zuversichtlich für 2005
Für das laufende Jahr zeigte sich Givaudan zuversichtlich, die führende Marktposition verteidigen und erneut ein gutes Resultat erzielen zu können.
Die Dividende soll insgesamt 16,30 Fr. je Aktie betragen, wobei darin eine Sonderdividende von 6,50 Fr. pro Aktie enthalten ist. Im Vorjahr hatte Givaudan insgesamt 15,40 Fr. inklusive einer Sonderdividende von 6,50 Fr. ausgeschüttet.
Darüber hinaus will Givaudan nach Ende des derzeitigen Aktienrückkauf-Programms ein neues, drittes Programm für den Erwerb von bis zu 720’000 Aktien auflegen. Laut Angaben vom vergangenen Jahr wollte Givaudan bis Mitte 2005 800’000 Aktien zurückkaufen.
Analysten hatten mehr erwartet
Der Jahresabschluss bleibe zwar operativ leicht hinter den Erwartungen zurück, doch seien die Rückflüsse an die Aktionäre sehr schön, sagte Patrick Lambert, Analyst bei der Maklerfirma Helvea.
Die Verkäufe seien in den beiden Sparten um 20 Mio. Fr. niedriger ausgefallen als erwartet, ergänzte er. Jedoch müsse man anerkennen, dass das vierte Quartal relativ schwach gewesen sei.
Analysten hatten im Durchschnitt einen Gewinn von 395 Mio. Fr. und einen Umsatz von 2,71 Mrd. Fr. erwartet.
swissinfo und Agenturen
Kennzahlen Givaudan Geschäftsjahr 2004:
Umsatz: 2,68 Mrd. Fr.
Bruttogewinn: 484 Mio. Fr.
Reingewinn: 350 Mio. Fr.
Gewinn pro Aktie: 46,36 Fr.
Givaudan hat zwei Geschäftszweige: Aromen (60% des Umsatzes) und Riechstoffe (40%).
Die Firma beliefert die führenden Parfümhersteller der Welt.
Die Firmenanschrift spricht für sich: Chemin de la Parfumerie 5, Vernier.
Ende 2004 beschäftigte der Parfümriese weltweit rund 5900 Personen.
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