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Grosser Abfahrts-Erfolg für Berthod und Rey-Bellet

Sylviane Berthod unterwegs zu ihrem ersten Weltcup-Sieg. Keystone

Die Hauptprobe für die WM 2003 in St. Moritz ist geglückt. Sylviane Berthod gewann die Abfahrt vor Isolde Kostner (It) und Corinne Rey-Bellet.

Letztmals standen vor zehn Jahren zwei Schweizerinnen in einer Weltcup-Abfahrt auf dem Podest. Mit 0,05 und 0,03 Sekunden fielen die Abstände zwischen der Ersten und Zweiten sowie Zweiten und Dritten denkbar gering aus.

Mit Sylyviane Berthod setzte sich die Trainingsbeste vom Mittwoch durch, die – obwohl sie noch nie ein Rennen gewonnen hatte – als Favoritin gestartet war. «Zum Glück fiel das Training vom Donnerstag aus, sonst hätte ich vielleicht wieder zu pröbeln begonnen», meinte die Siegerin.

Dieses Abfahrts-Resultat hat eine historische Dimension. Seit zehn Jahren und sieben Tagen, seit dem 14. Dezember 1991, hatte es kein solches Resultat mehr gegeben. Damals waren in Santa Caterina Chantal Bournissen und Heidi Zurbriggen vor bzw. hinter Katja Seizinger ebenfalls Erste und Dritte gewesen.

Der letzte Doppelsieg, den Isolde Kostner diesmal knapp verhindert hatte, liegt sogar 12 Jahre zurück: 1989 in Steamboat Springs (Maria Walliser/Michaela Figini).

Berthods Ankündigung: «Zum Siegen bereit.»

Sylviane Berthod hatte ihren Triumph auf der Piste, auf der sie sich 1999 das Kreuzband gerissen hatte, quasi angekündigt. «Ich bin zum Siegen bereit», hatte sie nach der zweiten Trainingsbestzeit ihrer Karriere am Mittwoch erklärt. Das waren ungewohnte Äusserungen der 24-jährigen Walliserin, die 1995 (Abfahrt) und 1996 (Super-G) Gold an den Junioren-WM errungen hatte.

Aber auch als Doppel-Weltmeisterin musste sie sich im Weltcup hochdienen. Zwei zweite Ränge 1999 in Cortina und vor drei Wochen in Lake Louise (nur sechs Hundertstel hinter Kostner) sowie ein dritter Platz beim Weltcup-Finale 2001 in Are waren ihre einzigen Podest-Klassierungen. «Wer nur Podestplätze hat, geht bald vergessen», meinte Berthod noch am Vorabend des Rennens, «nur mit Siegen zählt man wirklich zu den Grossen».

Die Basis zum Erfolg (und zweiten Weltcupsieg nach Sonja Nef in diesem Winter) legte Berthod im Gleiter-Startabschnitt, wo lediglich Kostner um fünf Hundertstel schneller war. Die beiden fuhren auf der beinharten «Engiadina» praktisch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. +0,05 betrug der Abstand nach dem ersten Abschnitt, +0,06 nach dem zweiten, -0,18 nach dem dritten und -0,05 im Ziel – das entspricht einer Differenz von 1,44 Metern. Corinne Rey-Bellet, die auf den untersten Abschnitten die Schnellste war, verlor umgerechnet 2,31 m.

Die Österreicherinnen erzielten mit den Rängen 4, 6, 7 und 8 zwar ein gutes Teamergebnis, verpassten aber die Podestplätze, was in bisher acht Abfahrten in St. Moritz erst einmal vorgekommen war. Von den Schweizerinnen klassierte sich überhaupt noch nie eine unter den ersten drei. Die besten Ergebnissse seit der Reprise 1999 waren zwei 7. Ränge von Corinne Rey-Bellet.

Ausser Berthod und Rey-Bellet konnte sich nur noch die junge Martina Schild auszeichnen. Die WM-Dritte der Junioren holte in ihrer ersten Weltcup-Abfahrt gleich die ersten Weltcup-Punkte.

swissinfo und Agenturen

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