Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Negativschlagzeilen fast ohne Ende für Bundesrat Alain Berset: Gewisse Kreise seien in einem "Kriegsrausch", sagte er in einem Interview. Dafür hagelt es Kritik, auch aus dem Ausland.
Beste Grüsse
Der Ursprung des Shitstorms: das ausgesprochene Wort «Kriegsrausch».
In einem solchen nämlich sieht Innenminister Alain Berset jene Kreise, welche die von Russland angegriffene Ukraine mit Waffen versorgen oder dies anstreben. Das erinnere ihn an die Situation vor dem Ersten Weltkrieg, so Berset.
Aber oha, dafür gabs postwendend die Quittung. FDP-Präsident Thierry Burkart zeigte sich «schockiert», dass Berset damit nicht Russland, sondern westliche Staaten meine. Damit schade er «dem Ansehen und der Positionierung unseres Landes».
Selbst aus den eigenen Reihen der sozialdemokratischen Partei gerät Berset unter Druck. SP-Co-Präsident Cédric Wermuth kritisierte, dass die Schweizer Regierung wenig kohärent agiere und sich hinter der Neutralität verstecke.
Die New York Times zitiert in einem Bericht Externer Linkeinen westlichen Beamten, der sagte, mit ihrer aktuellen Haltung vermittle die Schweiz westlichen Diplomat:innen das Gefühl, dass sie «eine Neutralität des wirtschaftlichen Nutzens» anstrebe.
- «Kriegsrausch» – Parteien kritisieren Bersets AussagenExterner Link – SRF News.
- «Gesamte Europäsche Union ist verärgert»: So reagiert die internationale Presse auf Bersets AussagenExterner Link – Blick sammelte Pressestimmen aus dem Ausland.
- «Williger Helfer des Kreml»: Die Welt übt harte Kritik an der SchweizExterner Link – Artikel in der Aargauer Zeitung (Paywall).
- Corona-Leaks: Was Kommunikationschefs mit Informationslecks bezwecken – Bericht von André Ruch vom Januar 2023.
Strom gegen Naturschutz: Das Schweizer Parlament ist mitten in einer Grundsatzdebatte.
Der Nationalrat ist für zwei Tage absorbiert – mit der Monsterdebatte über eine sichere Stromversorgung in der Schweiz. In deren Zentrum: der forcierte Ausbau erneuerbarer Energien.
Ein paar Eckwerte: Ausbau der Solarpflicht bei Gebäuden, beschleunigte Digitalisierung des Stromnetzes und zusätzliche Winterstromproduktion.
Der Ausbau erneuerbarer Energien, namentlich Wasserkraftprojekte, dürfe nicht zulasten der Umwelt gehen, sagte die Ratslinke.
Demgegenüber wollen die Rechtsparteien für die anvisierten Ziele umweltpolitische Hürden senken und die Türen für neue Atomkraftwerke offenhalten.
- Ausbau der Erneuerbaren: Strom vs. Naturschutz: Nationalrat eröffnet grosse EnergiedebatteExterner Link – SRF News.
- Strommangel: Die grosse Angst vor dem Blackout – Bericht von swissinfo.ch-Energiespezialist Luigi Jorio von letztem Sommer.
- Vorsicht, Notrecht!Externer Link Kommentar des Beobachters zur Energieknappheit.
Mit einer Woche Verspätung hat die Credit Suisse heute ihren Geschäftsbericht 2022 vorgelegt. Er ist kein Ruhmesblatt.
Gestern hat die Aktie der taumelnden Schweizer Grossbank zehn Prozent verloren – wegen der Krise der Silicon Valley Bank in den USA.
Heute, nach der Publikation des Berichts, sackte der Kurs nochmals um fünf Prozent ab. Es ist die Quittung dafür, dass die CS für das letzte Jahr «Versäumnisse bei den internen Kontrollen» einräumen musste.
Als Folge des schlechten Jahres geht die Geschäftsleitung ohne Boni aus. Darben müssen die Mitglieder aber keineswegs: Die Entschädigungen für 2022 betragen über 32 Mio. Franken.
- Geschäftsbericht 2022: Credit Suisse räumt Versäumnisse bei internen Kontrollen einExterner Link – Bericht im Tages-Anzeiger.
- Credit Suisse: Geschäftsleitung erhält keine Boni, Aktie fällt um weitere 4,9 ProzentExterner Link – Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (Paywall).
- Wie die Credit Suisse ihre Anreizsysteme ad absurdum führtExterner Link – Bericht im Branchenmagazin Finews.
Auslandschweizer:innen gesucht! Diskutieren Sie mit uns über die Schweizer Neutralität.
Am 23. März zeichnen wir unsere Talkshow «Let’s Talk» zum Thema Neutralität auf. Zu Gast sind die beiden Expert:innen Katja Gentinetta, politische Philosophin und Buchautorin, sowie Sacha Zala, Historiker und Direktor der Forschungsstelle Diplomatische Dokumente der Schweiz.
Sagen Sie uns, was Sie über die Neutralität denken. Ist sie das bewährte Mittel zur Erhaltung von Frieden und Wohlstand? Oder ein egoistisches Instrument zur Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der Schweiz?
War es richtig, dass die Schweiz die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland übernimmt? Sollten die Verbündeten der Ukraine Schweizer Kriegsmaterial weiterreichen dürfen? Diese Fragen bewegen die Schweiz und fliessen auch in den Wahlkampf für die Eidgenössischen Wahlen im Herbst 2023 ein. Was denkt die Fünfte Schweiz darüber?
Melden Sie sich bei uns und diskutieren Sie am 23. März um 16.30 Uhr mit. Alle Infos erhalten Sie anschliessend per Mail.
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