Kein Ansturm auf die Schweiz

Das BFA ist eine wichtige Ansprechstation für Ein- und Ausreisewillige. (bfa.admin.ch) Das BFA ist eine wichtige Ansprechstation für Ein- und Ausreisewillige. (bfa.admin.ch)

Die befürchtete Einwanderungswelle von EU-Staatsangehörigen, drei Monate nach dem Inkrafttreten der Bilateralen Verträge, ist ausgeblieben.

Dieser Inhalt wurde am 27. August 2002 - 17:55 publiziert

Obwohl mehr Menschen aus der EU in der Schweiz arbeiteten, resultiert laut Bundesamt für Ausländerfragen keine Trendwende.

Die Nachfrage nach Aufenthalts-Bewilligungen von EU-Bürgerinnen und -Bürgern sei zwar relativ gross. Die Hälfte der Kontingente sei bereits ausgeschöpft, meldet das Bundesamt für Ausländerfragen.

In den beiden Basel haben seit dem Inkrafttreten der Verträge rund 300 Grenzgänger, darunter zwei Drittel Deutsche, ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegt.

Wohlwollende Aufnahme

Im Kanton Basel Stadt sind ehemalige Grenzgänger als neue Einwohner gern gesehen, da viele von ihnen gutverdienende Arbeitskräfte in der Pharmaindustrie oder im Gesundheitswesen sind.

Die Grenzgänger, die in die Region Basel ziehen, müssen mit höheren Lebenshaltungs-Kosten rechnen. Die Steuern sind jedoch deutlich tiefer als in Deutschland.

Polemik um italienische Arbeitskräfte

Im Tessin herrschten grosse Bedenken wegen der Einführung des freien Personenverkehrs. Derzeit überqueren rund 37'000 Italiener täglich die Grenze, um in der Schweiz zu arbeiten. Da der freie Personenverkehr stufenweise zur Einführung gelangt, wird diese Zahl wohl noch eine Weile lang stabil bleiben.

Das Grenzgängertum bereitete bisher den Italienern mehr Sorgen als dem Tessin. Italienische Handwerksbetriebe und Spitäler beklagen sich, die Schweiz werbe ihnen die besten Arbeitskräfte ab.

Eine italienische Krankenschwester verdient im Tessin rund 3300 Franken. In Italien würde ihr Lohn umgerechnet lediglich 1800 Franken betragen.

Ziehen die Schweizer ins Ausland?

Es ist bislang nicht bekannt, wie viele Schweizer nun ihren Wohnsitz nach Deutschland verlegt haben. In der Grenzstadt Lörrach sollen sich bis jetzt keine zehn Schweizer angemeldet haben.

Auf die Ausreise nach Frankreich dürften die bilateralen Verträge im Raum Basel kaum grosse Auswirkungen haben. Denn im benachbarten Elsass können sich Schweizer schon seit einiger Zeit ohne grosse Schwierigkeiten niederlassen.

Schweizer müssen Geduld haben

Dass zwischen der Schweiz und der EU das Personenfreizügigkeits-Abkommen in Kraft ist, hat sich noch nicht in allen europäischen Amtsstuben herumgesprochen.

Wer von seinem Recht, in einem EU-Land zu leben, zu arbeiten oder sich auszubilden Gebrauch machen will, muss unter Umständen viel Überzeugungsarbeit leisten, bis die dazu nötige Bewilligung erteilt wird.

Schweizerinnen und Schweizer, die in einem EU-Land leben und arbeiten möchten und deswegen Schwierigkeiten haben, können sich an Dieter Grossen, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Ausländerfragen (BFA), wenden. Er wird in einem solchen Fall helfen.

Das Bundesamt für Ausländerfragen hat für Schweizerinnen und Schweizer die in Europa leben und arbeiten wollen, ein in fünf Sprachen erhältliches Papier über die "Rechte von Schweizerinnen und Schweizern in der EU und EFTA-Staaten" herausgegeben

Bei Schwierigkeiten kann die Broschüre den Behörden vorgelegt werden.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweiz wird nicht von arbeitswilligen Ausländerinnen und Ausländern überrannt, seit die Bilateralen Verträge in Kraft sind.
Nicht in allen EU-Ländern sind die Behörden darüber informiert, dass auch Schweizer in Europa frei Leben und arbeiten können.
Das Bundesamt für Ausländerfragen hilft Ein- und Ausreisewilligen bei Problemen.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen