Gegen Rassismus und böse Blicke
Die Menschen schwarzer Hautfarbe in der Schweiz wollen sich organisieren, um gegen Rassismus und Diskriminierungen zu kämpfen, denen sie sich ausgesetzt sehen. Eine Arbeitsgruppe hat eine entsprechende Erklärung verabschiedet.
«Zahlreiche Afrikaner sind regelmässig Opfer rassistischer Äusserungen und böser Blicke», sagte am Freitag (13.07.) der Journalist Mutombo Kanyana gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte eine Meldung der Zeitung «24 Heures», wonach eine Arbeitsgruppe des Forums gegen Rassismus am 23. Juni in Bern 120 Vertreter schwarzer Gemeinschaften versammelte.
Dabei wurde eine «Erklärung von Bern» verabschiedet. Diese fordert von den Schweizer Behörden eine Verbesserung der Lage der Menschen mit schwarzer Hautfarbe auf gesetzgeberischer, juristischer und administrativer Ebene.
Über den Kolonialismus sprechen
Rassismus am Arbeitsplatz, in der Schule oder bei der Wohnungssuche dürfe nicht geduldet werden. Auch die Medien werden aufgerufen, die afrikanische Wirklichkeit besser darzustellen. In den Schulen gelte es eine grosse Arbeit zu leisten: man müsse über den Kolonialismus und das Schicksal der Schwarzen sprechen.
Wie eine Umfrage ergab, sind die Schwarzen skeptisch, bei Antirassismus-Gruppen mitzumachen, die nur von Weissen geführt werden. Aus diesem Grund plant die Arbeitsgruppe die Gründung einer Organisation, welche alle schwarzen Gemeinschaften in der Schweiz repräsentiert. Eine Versammlung ist für den 11. August in Bern vorgesehen.
Swissinfo und Agenturen
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