Silber für Hanna Miluska
Hanna Miluska sorgte an der Schwimm-EM in Berlin für einen Exploit: Sie gewann über fünf Kilometer dank einem starken Finish die Silber-Medaille.
«Ich muss noch eine Nacht darüber schlafen», sagte die 18-jährige Baslerin nach ihrem bisher grössten Erfolg überglücklich, «es ist alles zu schnell gegangen, ich kann’s noch gar nicht richtig fassen.»
Der Exploit der Athletin des SV beider Basel bedeutet die erste Schweizer Medaille bei den 1989 eingeführten kontinentalen Titelkämpfen im Langstreckenschwimmen seit elf Jahren.
1991 holten Eliane Fieschi und Samantha Cavadini Gold und Silber über 25 km; der heutige Teamarzt Urs Kohlhaas komplettierte damals den Medaillensatz mit Bronze über die gleiche Distanz.
Trotz des Erfolgs bezeichnete Miluska das Rennen nicht als optimal. «Der Start war chaotisch. Es herrschte ein riesiges Durcheinander und plötzlich fiel der Startschuss. Danach befand ich mich mitten im Pulk», erzählte Europacup-Gesamtsiegerin des vergangenen Jahres.
Dank Schnelligkeit
Mit Rang 2 wurde Miluska ihrer Rolle als Geheimfavoritin gerecht. Lange sah es allerdings nicht nach einem Podestplatz aus. Die 18-Jährige hielt zwar im etwa 18 Grad kalten Templiner See von Beginn weg mit der sieben- bis achtköpfigen Spitzengruppe mit, war jedoch stets hinten anzutreffen.
Sie habe daher zuerst keine grossen Ambitionen gehabt, sagte sie nach dem Rennen. Als sich jedoch bei der letzten Boje etwa 300 m vor dem Ziel unerwartet eine Lücke vor ihr auftat, nutzte sie die Chance.
Dank ihrer Schnelligkeit – Miluska war Anfang Juli in Frauenfeld Schweizer Meisterin über 100 und 200 m Crawl geworden – schwamm sie auf den letzten Metern noch auf den zweiten Platz vor, 1,4 Sekunden hinter Viola Valli aus Italien.
«Es ist ein Traum», erklärte Open-Water-Teammanagerin Elena Nembrini, die ihre Tränen nicht zurückhalten konnte.
Für WM qualifiziert
Durch den Gewinn der Silbermedaille ist Miluska für die WM von Ende September im ägyptischen Sharm-El-Sheik qualifiziert. Dort wird sie wohl zum letzten Mal in dieser Kategorie antreten.
Im nächsten Jahr will sie sich voll auf den Pool konzentrieren, da die Open-Water-Wettkämpfe nicht olympisch sind. Auch an diesen EM startet Miluska im 50-m-Becken: über 200m Crawl und mit der 4×200-m-Crawl-Staffel.
Als Zehnte konnte mit Denise Schrader (SC Uster) auch noch eine zweite Schweizerin in Potdsam überzeugen. Bei den Männern belegte Adrian Andermatt (SC Uster) mit grossem Rückstand den 13. Platz.
swissinfo und Agenturen
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