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Menschenleere Rolltreppen

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Tag 1 des teilweisen Lockdown in der Schweiz: Das öffentliche Leben kommt fast vollständig zum Stillstand. Was darf man noch?

Trotzdem ganz herzliche Grüsse aus Bern, und bleiben Sie gesund!

Heute Dienstag veröffentlichte der Bundesrat eine dringliche Empfehlung an die Bevölkerung der Schweiz:

«Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie alt oder krank sind.
Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten;
es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen;
es sei denn, Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen.

Der Bundesrat und die Schweiz zählen auf Sie!»

Menschenleere Rolltreppen
Ennio Leanza/Keystone

Historisches geschieht in der Schweiz. Seit Dienstagmorgen gilt ein teilweiser Lockdown des Landes. Daran werden sich noch unsere Grosskinder erinnern.

Nichts ist heute Dienstag mehr so, wie noch am Tag zuvor. Alle Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, sind geschlossen. Der Coiffeur und das Fitnessstudio mussten ebenfalls ihre Türen schliessen, wie auch alle Restaurants.

Heute informierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG): «Es ist erst der Beginn der Welle. Wir müssen die Hospitalisationsrate der Angesteckten herunterbringen», sagte Daniel Koch vom BAG. «Wir sind daran, so viel zu testen, wie überhaupt möglich ist.» Wer Symptome habe, solle unbedingt daheim bleiben, so Koch. Am besten verhalte sich jede und jeder so, als wäre sie oder er bereits angesteckt. «Wer jetzt angesteckt wird, das sehen wir in zehn Tagen.»

Seit Mitternacht gibt es Grenzkontrollen gegenüber den Nachbarländern. Grenzgängerinnen und Grenzgänger müssen nachweisen, dass sie zur Arbeit fahren. 130 kleinere Grenzübergänge wurden geschlossen, weitere Schliessungen würden geprüft. Auf Zahlungen mit Bargeld sei möglichst zu verzichten.

«Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer tragen die alleinige Verantwortung für Aktivitäten im Ausland. In einer Krisensituation müssen sie sich selbständig informieren», sagte Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung.

sda-ats

In Frankreich gehen die Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus weiter als in der Schweiz. «Konsequent, aber verspätet«, glaubt man in der Schweizer Community.

Während mindestens zwei Wochen darf in Frankreich das Haus nur noch verlassen, wer Einkaufen, zur Arbeit oder in ärztliche Behandlung gehen muss. Das gilt auch für die knapp 200’000 Schweizerinnen und Schweizer, die dort leben.

Unser Kollege Mathieu van Berchem hat sich in der Community umgehört. Er wollte wissen, was die Auslandschweizer und -schweizerinnen von diesen Massnahmen halten.

«Diese Massnahmen sind konsequent, auch wenn sie etwas spät kommen», sagt Jean-Paul Aeschlimann, Präsident der Société Helvétique de Montpellier-Languedoc-Roussillon. «Herr Macron wählt einen kriegerischen Ton, um die Menschen auf die Situation aufmerksam zu machen.»

Fünf Personen aus Kenia in blauer Schutzkleidung.
Keystone / Daniel Irungu

Die ausserordentliche Lage in der Schweiz bleibt Thema Nummer eins in den hiesigen Medien. Einige aber richten den Blick auch über die Landesgrenze und über Europa hinaus: In den Süden.

So zum Beispiel nach Afrika. Der Kontinent blieb anfänglich vom Corona-Virus verschont. Doch nun treten auch dort immer mehr Fälle auf. Viele der Staaten hätten zwar bereits Erfahrungen mit Infektionskrankheiten wie beispielsweise Ebola, sagt SRF-Korrespondent Samuel Burri.

Doch gebe es nur wenige Spitäler und kaum Beatmungsmaschinen, so Burri. Auch das Zusammenspiel des Virus mit anderen Krankheuten wie Malaria und grundsätzlich die schlechtere Ernährung und Hygiene könnten die Auswirkungen von Corona verstärken.

Und Südamerika? Hier scheint vor allem die «ungebremst galoppierende» Verantwortungslosigkeit der Präsidenten Mexikos und Brasiliens, welche die Korrespondenten thematisieren, ein Problem zu sein. Diese nehmen weiter Bäder in Menschenmengen – Jair Bolsonaro sogar dann noch, wenn er selber eigentlich unter Quarantäne steht.

Storchenpaar
https://www.berner-storch.ch/webcam/

Nach all diesen Krisenmeldungen noch etwas Erfreuliches: Ein Berner Storchenpaar kann Tag und Nacht in seinem Nest beobachtet werden. Ein Vorschlag zum Entschleunigen.

Ein Storchenpärchen lebt auf dem Dach des Nationalen Pferdezentrums in Bern. Zur Freude vieler hat das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auf dem Dach eine Webcam eingerichtet.

Wenn Sie jetzt denken: «Aber jetzt ist doch Nacht in der Schweiz!», können Sie die Störche trotzdem sehen. Denn die Kamera verfügt über einen Nachtsicht-Modus, der die Störche aber nicht stört.

Auch andernorts sorgen Tiere in diesen aufwühlenden Zeiten für etwas Entspannung. So etwa die Pinguine im Shedd Aquarium in Chicago, das gegenwärtig für das Publikum geschlossen ist. Süss, wie die beiden ganz neugierig durch den Publikumsbereich watscheln.

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