Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Er wollte doch nur ein Sportflugzeug fliegen. Wie der Schweizer Gesundheitsminister in Frankreich hart auf dem Boden der Realität gelandet ist. Das und mehr heute in Ihrem Briefing.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ein Mitglied unserer Landesregierung wurde in Frankreich zu Boden gezwungen. Wortwörtlich.
Was musste er nicht alles über sich ergehen lassen. Gesundheitsminister Alain Berset stand die letzten beiden Pandemiejahre mitten im Auge des Sturms. Dazu kam eine Affäre, die den verheirateten Bundesrat zusätzlich ins Rampenlicht zerrte.
Und nun das: Privatpilot Berset wurde letzte Woche in Frankreich während eines Soloflugs von der Luftpolizei zur Landung gezwungen. Wie kam es dazu? Laut der Neuen Zürcher Zeitung unternahm Berset am 5. Juli 2022 einen privaten Flug zwischen zwei französischen Sportflugplätzen. Dabei drang der Bundesrat mutmasslich in einen gesperrten Luftraum ein.
In diesem Zusammenhang interessant: Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind derzeit etwas belastet. Grund dafür ist ausgerechnet – ein Flugzeug: Der Bundesrat will den amerikanischen F-35 als neuen Kampfjet für die Luftwaffe beschaffen. Frankreich kam in der Evaluation mit seinem Modell Rafale nicht durch. Nun waren es ausgerechnet zwei Rafale-Jets, die Berset zu Boden zwangen.
Das stösst sauer auf: Eine Baugenossenschaft will Mitglieder aus der 5. Schweiz ausschliessen.
Sie haben ihr Geld vertrauensvoll in genossenschaftliche Wohnbauprojekte investiert. Und nun sollen sie plötzlich davon ausgeschlossen werden: Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer.
Die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern, der grösste genossenschaftliche Wohnbauträger vor Ort, hatte im Februar angekündigt, auch Mitglieder auszuschliessen, die bereits heute im Ausland leben. Nach interner Kritik kam man davon ab. Laut neuer Regelung sollen aber weiterhin Mitglieder, die ins Ausland ziehen, ihre Mitgliedschaft verlieren.
Allerdings: Auch diese Änderung sei «noch nicht fix», wie die Luzerner Zeitung schreibt. «Bei der Urabstimmung im kommenden Herbst müssen die Genossenschafterinnen über die Gesamtrevision der Statuten abstimmen.»
Was macht das Geniale an einem Ingenieur aus?
Das Bild, das man sich von ihm macht, hat sich stark gewandelt. Der Ingenieur bleibt aber bis heute mehrheitlich männlich. Mein Kollege David Eugster hat sich mit dem Literaturwissenschaftler Robert Leucht getroffen, der in seinem neuen Buch zur Kulturgeschichte der Figur des Ingenieurs gefolgt ist.
«Ingenieur ist mehr als ein Beruf, es ist die Hoffnung darauf, dass sich alle Probleme technisch lösen lassen«, beschreibt David den Beruf in seinem Artikel. Bis zum Zweiten Weltkrieg habe der Ingenieur, dem «nichts zu schwör» ist, in der Literatur als Lichtfigur gegolten, sagt Leucht im Interview.
Das Bild habe sich nach den Kriegsgräueln gewandelt. Fortan betrachtete man den Ingenieur als Zerstörer, als eine Figur mit hohem Gewaltpotenzial. «Nach 1945 erodiert das Vertrauen, dass technischer Fortschritt auch sozialen Fortschritt mit sich bringt», so Leucht. «Das hat mit der genau geplanten Massenvernichtung im NS-Regime zu tun, aber auch mit der Atombombe.»
- Das ganze Interview von David mit Robert Leucht finden Sie heute bei swissinfo.ch.
- Ein Beispiel des klassischen Genies: unser Artikel über den Schweizer Erfinder Auguste Piccard.
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Bei der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern gibt es noch viel zu tun.
132 Jahre! So lange dürfte es dauern, bis auf der Welt die Frauen gleichberechtigt sind, sollte es im aktuellen Tempo weitergehen mit der Gleichstellung. Das zeigen die Zahlen des neusten Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums (WEF).
Die Schweiz kommt insgesamt auf den 13. Rang von 146 untersuchten Ländern. Allerdings: In den Kategorien Führungspositionen in der Wirtschaft und Lohngleichheit für ähnliche Arbeit bleibt hierzulande noch sehr viel Luft nach oben.
In der Studie «blickt das Forum deutlich pessimistischer in die Zukunft als noch vor zwei Jahren», schreibt die Neue Zürcher Zeitung. «2020 sagte der Report voraus, dass bis zur vollständigen Gleichstellung der Geschlechter 99,5 Jahre vergehen würden.» Schuld daran sei zu grossen Teilen die Corona-Pandemie, die das Vorhaben um eine Generation zurückgeworfen habe, so das WEF.
- Der Artikel in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Eine ZusammenfassungExterner Link bietet Nau.ch.
- Die ganze Studie finden Sie auf der Website des World Economic ForumExterner Link (WEF) als pdf (auf Englisch).
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Nicht nur eine Hitzewelle, auch eine grosse Trockenheit kommt auf uns zu!
Es sind schon jetzt alarmierende Zustände: Viele Flüsse und Bäche in der Schweiz sind auf einem Niedrigstand. Und wer auf die Wetter-App schaut, sieht für die nächsten Tage Sonne pur. Es wird eine Hitzewelle prognostiziert – ohne Regenfälle.
«In der Westschweiz und auf der Alpensüdseite werden an mehreren Stationen Niedrigwasserabflüsse gemessen, wie sie nur alle zwei bis fünf Jahre auftreten», zitiert 20 Minuten das Bundesamt für Umwelt (Bafu).
Mehrere Kantone hätten deshalb Alarm geschlagen, weiss das Gratisblatt. Einige hätten bereits Massnahmen ergriffen. So wurde in gewissen Gemeinden zum Wassersparen aufgerufen oder verboten, Autos zu waschen, Schwimmbäder zu befüllen oder Rasen zu bewässern. Es geht darum, genügend Trinkwasser zur Verfügung zu haben. Aber auch, die Fischbestände zu schützen.
- Der Artikel in 20 MinutenExterner Link.
- Die aktuellen DatenExterner Link des Bundesamts für Umwelt.
- Mehr Details finden Sie beim Forschungsprojekt Drought.chExterner Link: Eine Informationsplattform zur Früherkennung von Trockenheit in der Schweiz.
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