The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Arbeitsbesuch des indischen Aussenministers

Der indische Aussenminister Jaswant Singh (l.) lobte bei seinem Treffen mit Joseph Deiss (r.) vor allem die verbesserten Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Keystone

Die Beziehungen zwischen Indien und der Schweiz sollen intensiviert werden. Darüber waren sich die Aussenminister Jaswant Singh und Joseph Deiss anlässlich ihres Treffens in Bern einig. Deiss äusserte zudem den Wunsch nach einem Ende der Atomtests.

Aussenminister Singh und sein Amtskollege Joseph Deiss waren sich am Montag (04.09.) einig, dass die Beziehungen zwischen Indien und der Schweiz intensiviert und sich die Aussenminister künftig häufiger treffen sollen. Doch könne bereits von einer neuen Ära die Rede sein, sagte Singh vor den Medien im Landgut Lohn bei Bern. Dies gelte vor allem im Handelsbereich.

Mehr Präsenz

Singh sähe in Indien aber gern eine noch stärkere Präsenz der Schweizer Unternehmen im Allgemeinen und der Finanzinstitute und Versicherungen im Speziellen. Er habe darüber bereits mit Wirtschaftsminister Pascal Couchepin gesprochen, sagte Singh.

Bisher konnten sich ausländische Firmen im Finanz- und Versicherungsbereich in Indien wegen staatlicher Einschränkungen nur schwer etablieren.

Die Exporte der Schweiz nach Indien beliefen sich 1999 auf 510 Mio. Franken. Importiert wurde für knapp 470 Mio. Franken. Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) sieht für das erste Halbjahr des laufenden Jahres bereits einen Aufschwung.

In der Entwicklungszusammenarbeit wolle die Schweiz in Indien weiterhin auf derselben Linie tätig sein, sagte Deiss. Sie werde via Direktion für Entwicklung für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) vorerst jährlich 30 Mio. Franken investieren.

Fernziel «Welt ohne Atomwaffen»

Laut Deiss bekräftigte die Schweiz bei den Gesprächen mit dem indischen Gast erneut ihren Wunsch nach einem Stopp der Atomwaffentests. Indien und Pakistan haben bisher weder den Atomwaffen-Sperrvertrag (NPT) noch den Atomteststoppvertrag unterzeichnet.

Vor zwei Jahren führten die beiden südasiatischen Länder Atomtests durch und heizten so das Wettrüsten auf dem Subkontinent an. Singh bekräftigte, dass Indien für das Fernziel einer atomwaffenfreien Welt einstehe. Indien hatte als Vorbedingung für eine Unterzeichnung der beiden Verträge nukleare Abrüstungsschritte aller Atommächte verlangt.

Kaschmirkonflikt dauert an

Bezüglich des Kaschmir-Konflikts zwischen Indien und Pakistan betonte Deiss auf Anfrage, dass die Schweiz jederzeit zu einer Vermittlung bereit sei. Singh sagte dazu lediglich, dass Indien und Pakistan dieselbe Sprache sprechen. Er betonte zudem, dass Indien erst im Falle einer «ruhigen Situation» zu Gesprächen bereit sei.

Der erste Schritt zu intensiveren Beziehung zwischen Indien und der Schweiz ist getan: Deiss hat eine Einladung erhalten und könnte bereits im nächsten Jahr Indien bereits einen Besuch abstatten.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft