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Schweiz als Vorbild für Deutschland

Bernard Kouchner, UNO-Administrator für den Kosovo. Keystone

Gegen eine von Deutschland forcierte Rückkehr von Flüchtlingen in den Kosovo hat sich UNO-Administrator Bernard Kouchner ausgesprochen. Den Deutschen empfiehlt er, dem Schweizer Vorbild zu folgen und Rückkehrer besser finanziell zu unterstützen.

Wie am Samstag (20.05.) bekannt wurde, kritisierte Kouchner das von Deutschland angepeilte Vorgehen. Dieses würde «nicht allein den Frieden, sondern auch die Wirtschaft» beim Neuaufbau des Landes gefährden, erklärte Kouchner gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».

Erwartungen des deutschen Innenministers Otto Schily, für eine grosse Welle von Rückkehrern gebe es genügend Jobs, seien «schlichtweg falsch», sagte Kouchner weiter. 50 Prozent der Kosovo- Albaner seien noch ohne Beschäftigung. «Wir wollen keine neue Krisen produzieren, wir haben uns gerade mal über den Winter gerettet.»

Den Deutschen empfiehlt der UNO-Verwalter, dem Schweizer Vorbild zu folgen und albanische Rückkehrer mit mehr finanzieller Hilfe auszustatten: «Ich habe Schily gebeten, auch seine Hilfen aufzustocken.» In Deutschland leben noch etwa 160’000 Kosovo- Albaner, die nach 1990 geflüchtet waren.

Schweizer Programm Ende April abgelaufen

Von den rund 60’000 Menschen dem Kosovo, die wegen des Kriegs in die Schweiz geflüchtet waren, sind im Rahmen der vom Bund lancierten Rückkehrhilfeprogramme bis Mitte Mai etwa Hälfte freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt.

Bis zum 30. April konnten sind die Rückkehrer sich für den Bezug von Hilfsbeiträgen anmelden: Erwachsene erhielten je 1000 Franken, Minderjährige je 500 Franken. Dazu kamen Sachleistungen in Form von Materialhilfe oder Transportkostenbeiträgen.

Personen, die bereits in der 1. Phase des Rückkehrprogramms (bis 1. Dezember 1999) ausreisten, erhielten bei ihrer Ankunft im Kosovo pro Erwachsenen 2000 Franken, pro Kind 1000 Franken ausbezahlt. Ab Ende Mai, also nach Ablauf der freiwilligen Rückkehrfrist, müssen die meisten Flüchtlinge mit einer unfreiwilligen Ausschaffung rechen.

swissinfo und Agenturen

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