Schweizer Entwicklungshilfe wegen Kosovo höher als vorgesehen
Die Schweiz hat die Opfer des Kosovo-Kriegs 1999 mit über 110 Mio. Franken unterstützt. Dadurch stiegen die Leistungen für öffentliche Entwicklungshilfe letztes Jahr auf 1,465 Mrd. Franken an. Das sind 164 Mio. Franken mehr als 1998.
Die Leistungen sind auch höher als anfangs 1999 vorgesehen. Dies geht aus dem gemeinsamen Jahresbericht der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) hervor. Er wurde am Montag (29.05.) publiziert.
Die Entwicklungshilfe-Leistungen 1999 überstiegen damit das Niveau der letzten sechs Jahre und machten 0,35 Prozent des Bruttosozialprodukts aus (1998 waren es 0,32 Prozent, 1997 0,33 Prozent). Der BSP-Anteil entspricht zwar ungefähr dem Schnitt der OECD-Länder; er liegt aber immer noch unter dem bundesrätlichen Ziel von 0,4 Prozent.
Durch die Bemühungen des Parlaments, mit denen die Bundesfinanzen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden sollen, dürfte die Entwicklungshilfe in den kommenden Jahren wieder auf das Niveau der Jahre 1998 und 1997 zurückfallen, schreiben DEZA und seco.
Gemessen an den gesamten Bundesausgaben bleibt der Anteil der internationalen Zusammenarbeit im 3 Prozent-Bereich.
Insgesamt wurden im Rahmen des Kosovo-Konflikts mehr als 110 Millionen Franken ausgegeben. Mit diesen Geldern wurden namentlich direkte Aktionen des Schweizerischen Katastrophenhilfekorps (SKH) und der humanitären Partnerorganisationen finanziert, aber auch Budgetzuschüsse und Wiederaufbauarbeiten in den betroffenen Ländern.
Von den 1465 Mio. Franken Entwicklungshilfe gingen im vergangenen Jahr 1057 Millionen an die bilaterale (1998: 899) und 408 Millionen an die multilaterale Hilfe (1998: 388). Zusätzlich wurden 111 Millionen Franken für 12 Staaten Mittel- und Osteuropas und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) eingesetzt – eine Leistung, die allerdings nach OECD-Regeln nicht zur öffentlichen Entwicklungshilfe gezählt werden kann.
swissinfo und Agenturen
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