Sri Lanka beunruhigt über tamilische Aktivitäten in der Schweiz
Sri Lanka ist beunruhigt über die Aktivitäten der tamilischen Befreiungstiger in der Schweiz und hat deshalb mit Aussenminister Joseph Deiss Kontakt aufgenommen. Dies bestätigte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Der Aussenminister Sri Lankas habe mit dem Vorsteher des EDA Kontakt aufgenommen, bestätigte EDA-Sprecherin Monika Schmutz Cattaneo am Montag (17.07.) einen Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Temps».
«Wir haben Verständnis für die Besorgnis angesichts der Aktivitäten der Befreiungstiger», sagte Schmutz weiter. Doch eine Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Sri Lanka sei einzig im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens möglich.
Ein solches wurde jedoch bisher nicht gestellt, wie es beim Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) hiess. Zudem müsste sich ein solches auf einen konkreten Verdacht abstützen, sagte der stellvertretende Chef der Bundespolizei (BUPO), Jürg Bühler. Die blosse Mitgliedschaft bei einer terroristischen Organisation sei in der Schweiz nicht strafbar.
Die Aktivitäten der «Befreiungstiger von Tamil Eelam» (LTTE) in der Schweiz bestünden aus Propaganda und dem Sammeln von Geld, sagte Bühler weiter. In diesen Fällen erlaube die schweizerische Gesetzgebung keine strafrechtliche Verfolgung.
Trotzdem beschäftigten die Aktivitäten der Befreitungstiger die Bundespolizei, so Bühler. Die LTTE fülle seit Jahren diverse Kapitel des Staatsschutzberichtes.
Die Befreiungstiger von Tamil Eelam kämpfen seit 28 Jahren für die Gründung eines unabhängigen Staates im Norden und Osten des ehemaligen Ceylon. In letzter Zeit erzielten die Widerstandskämpfer verschiedene Siege über die Regierungstruppen in Jaffna. Seit 1972 verloren bei den Kämpfen rund 60’000 Menschen ihr Leben.
swissinfo und Agenturen
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