Zwei Drittel der Schweizer gegen Beitritts- Verhandlungen mit der EU
Nach dem Ja zu den bilateralen Verträgen sind zwei von drei Schweizerinnen und Schweizern gegen die sofortige Aufnahme von Beitritts- Verhandlungen mit der EU. Zu diesem Schluss kam eine Umfrage des Westschweizer Radios und der Zeitschrift "L'Hebdo".
Die Umfrage wurde vom Institut MIS Trend im Auftrag der beiden Medien am Tag nach der Abstimmung (22.05.) durchgeführt. 61,8 Prozent der Befragten wollen nicht, dass die Schweiz zum jetzigen Zeitpunkt Beitrittsverhandlungen aufnimmt. 35,4 Prozent sind für die Aufnahme solcher Verhandlungen, 2,8 Prozent sind unentschieden.
Anders als bei der Abstimmung über die bilateralen Verträge tritt in der Umfrage wieder ein deutlicher Graben zwischen der West- und der Deutschschweiz zu Tage. 58,1 Prozent der Westschweizer sind für schnelle Beitrittsverhandlungen, in der Deutschschweiz sind es nur 28,1 Prozent.
Laut der Umfrage ist das Bild der EU zwar unklar, aber nicht negativ. Als negativ werden nur die bürokratischen Züge der EU bewertet und die Tendenz, sich in Angelegenheiten der Mitgliedstaaten einzumischen.
In Bezug auf einen UNO-Beitritt sprachen sich 49 Prozent der Befragten dafür aus. 36 Prozent waren dagegen. Die Umfrage wurde bei 752 repräsentativ ausgewählten Personen im stimmfähigen Alter durchgeführt. Die Fehlerquote wird mit 3,6 Prozent beziffert.
Der Schweizer Wirtschaftsminister, Bundesrat Pascal Couchepin, sagte am Donnerstag (25.05.) im Westschweizer Radio, er sei überhaupt nicht überrascht vom Ergebnis der Umfrage. Während der Kampagne zur Abstimmung über die Bilateralen habe er immer gesagt, 30 Prozent der Schweizer seien für einen Beitritt, 30 Prozent seien dagegen oder erst nach langer Zeit für einen Beitritt, 40 Prozent seien unentschlossen.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch