Weltweit grösstes Solar-Schiff für die Juraseen

"Mobicat" - existiert vorerst nur als Modell. Keystone

Ab Frühling 2001 soll auf den Juraseen das grösste Solarschiff "MobiCat" der Welt auf Fahrt gehen. Der erste Fotovoltaik-Grossraumkatamaran mit einer Länge von 33 Metern und einem Leergewicht von 100 Tonnen bietet Platz für 250 Passagiere.

Dieser Inhalt wurde am 12. Juli 2000 - 16:15 publiziert

Die Bieler Schifffahrtsgesellschaft will ab Juni 2001 auf den Juraseen das weltweit grösste Solarschiff betreiben. Bei Kosten von zwei Millionen Franken verhilft es der kommerziellen Nutzung von energie-autonomen Solarschiffen zu einem Entwicklungssprung.

Verwirklicht werden soll ein Fotovoltaik-Grossraumkatamaran mit einer Länge von 33 Metern und einer Passagierkapazität von 250 Personen, erklärten die Projektentwickler von "MobiCat", die Gesellschaft Mont-Soleil, die BKW FMB Energie AG und die Ingenieurgemeinschaft SolarCat, am Mittwoch (12.07.) vor den Medien.

Für die Expo im Einsatz

Begleitet wird das Projekt vom Bundesamt für Energie, bezahlt vorwiegend von Privaten. Das praktisch lärm- und abgasfreie Schiff soll im Rahmen der Expo.02 als Passagier-, Party-, Restaurant- und Ausstellungsschiff zum Einsatz gelangen.

Vor, während und nach der Expo sei das Ziel aber insbesondere auch, der Öffentlichkeit die Möglichkeiten der Solarenergie aufzuzeigen und das Bewusstsein für den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern, sagte Projektleiter Rudolf Minder.

Erste Berechnungen hätten rasch gezeigt, dass auf Grund der hydrodynamischen Gesetze grössere Schiffe wesentlich effizienter solar-elektrisch angetrieben werden könnten als die bisher realisierten kleinen Elektro- und Solarboote, sagte Minder weiter.

Mit 15 km/h unterwegs

Die Antriebsenergie für den MobiCat wird von Solarmodulen mit hohem Wirkungsgrad auf einer Dachfläche von rund 200 Quadratmetern geliefert. Im Sommerhalbjahr genügt die Einstrahlung im Durchschnitt für einen Betrieb von mehreren Stunden pro Tag; dies bei einer Reisegeschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde.

In jedem Rumpf ist ein frequenzgesteuerter Elektromotor installiert, der je einen optimierten Propeller antreibt. Als Energiespeicher dienen hochwertige Blei-Batterien, welche genügend Kapazität für einen mehrstündigen Betrieb ohne Sonneneinstrahlung aufweisen. Der Betrieb des Schiffs soll energie-autonom erfolgen. Allfälliger Fremdenergiebezug wird durch Rückspeisung von Überschussenergie während der Betriebspausen kompensiert.

Interessanter Markt

Die Initianten geben sich überzeugt, dass sich für die Schifffahrt auf ökologisch sensiblen Binnengewässern in naher Zukunft ein interessanter Markt entwickeln wird. Die Arbeitsgemeinschaft setze sich deshalb zum Ziel, in absehbarer Zukunft weitere ähnliche Projekte im benachbarten Ausland zu realisieren, sagte Minder.

Der MobiCat wird in Modul-Bauweise in spezialisierten Produktionsstätten hergestellt und soll bis Ende Dezember in Biel zusammengebaut werden. Im Mai 2001 ist eine zweiwöchige Test- und im Juni 2001 dann die Jungfernfahrt vorgesehen.


swissinfo und Agenturen

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