Aargauer Oberrichter schafft Wiederwahl nicht im ersten Anlauf
Bei der Gesamterneuerungswahlen der Mitglieder des Aargauer Obergerichts ist es am Dienstag im Grossen Rat zu einem Eklat gekommen. Der bisherige Oberrichter Jann Six (SVP) scheiterte im ersten Wahlgang. Alle anderen Richterinnen und Richter wurden klar gewählt.
(Keystone-SDA) Six, der seit Anfang 2010 Oberrichter ist, erhielt 65 Stimmen – dies bei einem absoluten Mehr von 67 Stimmen. Dieses Resultat gab Grossratspräsident Urs Plüss (EVP) bekannt. Six muss sich nun einem zweiten Wahlgang stellen. Er steht derzeit als Präsident dem Strafgericht vor.
Gegen Six sind nach einem Bericht der «Aargauer Zeitung» in einen Streit um Nebenkosten in einem Wohnquartier mehrere Betreibungen hängig. In diesem Nachbarschaftsstreit steht ein Termin vor dem Friedensrichter an.
Kommission stützte Six
Vor der Austeilung der Wahlzettel hatte FDP-Grossrätin Claudia Hauser, Präsidentin der Justizkommission, gesagt, alle Wahlvorschläge seien gut geprüft worden, auch von der Subkommission Richterwahlen.
«Wir halten an den Wahlvorschlägen fest», sagte Hauser. Alles sei offen und transparent geprüft worden. «Die Wählbarkeit ist bei keiner der einzelnen Person eingeschränkt.»