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Archäologen bringen Burganlage um Hardturm Zürich zu Tage

Keystone-SDA

Bei Grabungen am Fischerweg haben Archäologen der Stadt Zürich Reste einer Ringmauer und einen Umfassungsgraben gefunden. Diese rücken den historischen Hardturm an der Limmat in ein neues Licht.

(Keystone-SDA) Die Funde deuten auf eine sogenannte Niederungsburg hin. Das stellten die Archäologen der Stadt Zürich fest, wie das Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von SRF am Montagabend berichtete. Dabei handelt es sich um eine Burganlage im flachen Land oder in einer Talsohle. Da sie keinen natürlichen Schutz durch einen Berg hat, nutzt sie andere Hindernisse wie Seen, Sümpfe, Wälle oder in diesem Fall einen Fluss.

Die Expertinnen und Experten haben in einer zehn Meter langen und etwa drei Meter tiefen Baugrube beim aus dem 13. Jahrhundert stammenden Hardturm einen Teil der eigentlichen Burganlage freigelegt und auch eine Ringmauer entdeckt.

Die Geschichte des Turms ergänzen

Zwar würden die Entdeckungen die Geschichte des Hardturms nicht völlig neu schreiben, aber sie würden sie entscheidend ergänzen, sagte der Leiter der Stadtarchäologie, Stefan Weiss.

Denn bisher habe es keine Belege dafür gegeben, dass der Turm einst zu einer Burg gehörte. Bisher ging die Stadt davon aus, dass es sich bei dem markanten, 15 Meter hohen Hardturm um einen einzelnen Wehrturm handelte, der im 13. Jahrhundert als Kontroll- oder Verteidigungsposten diente.

Seine Mauern sind im unteren Bereich bis zu 3,5 Meter dick. Später wurde er zu einem komfortableren Landsitz umgebaut. Aus dieser Zeit sollen auch die kleinen Ecktürmchen stammen. Seit seiner Renovierung 1999 befinden sich Wohnungen im Turm.

Im Mittelalter habe er sich an einem strategisch wichtigen Ort befunden, wie Weiss mitteilte. Denn wer den Übergang über die Limmat kontrollierte, kontrollierte den Handel sowie den Verkehr.

Arbeiten an der Wasserleitung als Auslöser

Der Grund für die Grabungen sind jedoch vergleichsweise simpel: Seit April werden am Fischerweg die Trinkwasserleitungen erneuert. In diesem Zug gab die Stadt Zürich rund um den ehemaligen Wehrturm, Hardtumrstrasse 128, archäologische Untersuchungen in Auftrag. Diese sind laut der Stadt notwendig, um allfällige historische Artefakte zu dokumentieren und sicherzustellen.

«Die Geschichte von Zürich, die Geschichte der Quartiere, die Geschichte unserer Burgen ist noch nicht abschliessend geschrieben», sagte Weiss. Es schlummere noch sehr viel im Boden, ist er überzeugt. Die Geschichte soll nach den Ausgrabungen auch der Öffentlichkeit vermittelt werden.

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