6,4 Liter auf 100 km
Weniger Treibstoff verbrauchen: Bundesrat Moritz Leuenberger und die Schweizer Automobil-Importeure (auto-schweiz) haben die erste Zielvereinbarung unterzeichnet.
Nach der freiwilligen Vereinbarung soll der Treibstoffverbrauch der neu zugelassenen Personenwagen von 8,4 Litern im Jahr 2000 um jährlich 0,25 Liter auf 6,4 Liter im Jahr 2008 sinken, was einer Reduktion um 24 Prozent entspricht. Wird der Zielpfad um mehr als 3 Prozent pro Jahr verfehlt, kann der Bund die Vereinbarung ab 2005 aufkündigen und eine CO2-Abgabe einführen.
Potenziale vorhanden
«Das Ziel ist ambitiös, aber erreichbar», sagte der Stellvertretende Direktor des Bundesamtes für Energie, Hans Luzius Schmid, vor den Medien. Die EU habe mit den Importeuren ähnlich scharfe Abmachungen getroffen, und die Potenziale seien vorhanden. Es gebe bereits heute Wagentypen, die weit weniger als 6,4 Liter verbrauchten.
Der Präsident von auto-schweiz, Tony Wohlgensinger, zeigte sich zuversichtlich, denn die Technologie im Ausland gehe in die gleiche Richtung. Beim Treibstoff sei die Schweiz im europäischen Vergleich ein «Grossverbraucherland». Dies rühre vor allem daher, dass der sparsame und mittlerweile auch saubere Diesel erst einen Marktanteil von 15 Prozent habe.
Diesel muss billiger werden
Für seine Branche richtete Wohlgensinger deshalb den «starken Wunsch» an die Behörden, die Dieselbesteuerung zu mildern. Er schloss sich damit der Erdölvereinigung an, die kürzlich eine Verbilligung des Diesels um 20 Rappen und eine gleichzeitige Verteuerung des Benzins um 5 Rappen verlangte, was für den Fiskus ertragsneutral wäre.
Die Frage der Dieselbesteuerung werde im Zusammenhang mit der Einführung von schwefelfreiem Treibstoff geprüft, sagte Schmid. Bei der Förderung des Dieselverbrauchs dürfe allerdings nicht das Ziel vergessen werden, den Lastwagenverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern.
Neuer Anlauf
Laut Schmid braucht es neben der Zielvereinbarung weitere Schritte, um das CO2-Ziel im Verkehr zu erreichen. Die bundesrätliche Strategie setze vor allem auf freiwillige Massnahmen wie Carsharing und treibstoffsparende Fahrweise (Ecodrive). Noch in diesem Jahr werde zudem für Personenwagen eine Energieetikette eingeführt.
Gemäss CO2-Gesetz müssen die CO2-Emissionen bei den Treibstoffen bis 2010 um 8 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Eine Verordnung sah vor, den Treibstoffverbrauch in den fünf Jahren 1997 bis 2001 um 15 Prozent zu senken, doch wurde diese Vorgabe verfehlt. Mit der Zielvereinbarung nehmen nun Bund und Branche gemeinsam einen neuen Anlauf.
swissinfo und Agenturen
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