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ABB redimensioniert

3500 Mitarbeitende sind vom Verkauf betroffen. Keystone Archive

Der Technologie-Konzern stösst Lüftung und Klimatechnik für 373,5 Mio. Franken ab. ABB will sich auf die Kernbereiche Strom- und Automatisierungs-Technologien konzentrieren.

Bei ABB kommt es erneut zu Änderungen: Der Technologiekonzern verkauft sein Lüftungs- und Klimatechnikgeschäft an Global Air Movement (Luxembourg) SARL.

Der Kaufpreis betrage 225 Mio. Dollar, teilte ABB am Montag in einem Communiqué mit. Der Verkauf sei Teil der Strategie, sich auf die Kernbereiche Strom- und Automatisierungs-Technologie zu fokussieren.

«Der gesamte Sektor der Lüftungs- und Klimatechnik befindet sich in einer Konsolidierung», wird ABB-Konzernchef Jörgen Centerman in der Mitteilung zitiert. «Wir sind überzeugt, dass die neuen Besitzer dieses Geschäft stärker fördern sowie wachstums- und gewinnbringender führen können.»

Der neue ABB-Verwaltungsrats-Präsident Jürgen Dormann hatte kurz nach seinem Amtsantritt Ende November gesagt, dass ABB sich klarer ausrichten werde. Geschäftsfelder, bei denen der Konzern nicht zu den führenden Anbietern gehöre, könnten vielleicht in Kombination mit anderen Unternehmen stärker aufgestellt werden.

Zusammenlegung mit Woods

Das Geschäft der ABB in der Lüftungs- und Klimatechnik wird mit den Aktivitäten der britischen Woods Air Movement Limited zusammengelegt, die im Vorjahr von Global Air Movement (Luxembourg) übernommen worden war.

Der bisherige ABB-Bereich mit Hauptsitz in Zürich beschäftigt rund 3500 Mitarbeiter in 30 Ländern und erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von 440 Mio. Dollar. Woods setzte mit 700 Angestellten in 70 Ländern 95 Mio. Dollar um.

Geschäftsführer des neuen Unternehmens wird Hannu Paitula, der bei ABB für das Lüftungs- und Klimatechnikgeschäft verantwortlich war, wie es weiter hiess. Die beiden Geschäfte würden sich geografisch und technisch ideal ergänzen, schreibt Paitula.

Neuer Finanzchef

Ausserdem kommt es ab dem zweiten Quartal 2002 auf dem Posten des Finanzchefs und in der Konzernleitung zu einem Wechsel. Renato Fassbind wird gemäss ABB-Angaben das Unternehmen verlassen und die Geschäftsführung der Zürcher Handelsfirma Diethelm Keller Holding Ltd. übernehmen.

Der 46-Jährige war seit 1997 bei ABB. In seiner Amtszeit führte ABB die Einheitsaktie ein und ging an die Börse in New York.

Nachfolger Fassbinds wird Peter Voser, der bei Shell zur Zeit als Finanzchef der weltweit tätigen Sparte Öl-Produkte ist. Voser ist seit 1982 bei dem Erdölkonzern tätig. Der 43-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder.

Börse wegen Asbest-Sorgen auf Talfahrt

An der Börse kamen die ABB-Aktien am Montag bös unter Druck. Der Kurs brach bis Mittag gegenüber dem Freitagsschluss um 9,8 Prozent auf 17,10 Fr. ein. Gleichzeitig notierte der Gesamtmarkt (SMI) um 1,7 Prozent tiefer.

Analysten führten den Kurssturz auf ein Gerichts-Urteil in den USA gegen den US-Konzern Halliburton zurück. Dieser wurde in Maryland zur Zahlung von 30 Mio. Dollar an fünf Asbest-Kläger verurteilt.

Die Forderung von 30 Mio. Dollar liegt nach Ansicht der Bank ABN Amro höher als die Annahmen über mögliche Entschädigungszahlungen. Nun werde befürchtet, dass gegen ABB ebenfalls Schadenersatz-Forderungen in dieser Höhe erhoben werden könnten. In diesem Fall könnten die Rückstellungen von ABB nicht ausreichen, um die Forderungen zu decken.

Rechne man diese Zahl von 30 Mio. Dollar auf ABB um, müsste der Konzern bis zu 2,2 Mrd. Dollar bezahlen, schreibt die Credit Suisse First Boston (CSFB) in einer Studie.

swissinfo und Agenturen

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