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Einfach nur «swiss»

Keystone Archive

Die neue Schweizer Airline hebt als "swiss" ab. Das Echo in der Schweizer Presse ist vorwiegend positiv.

«Swiss – dieser Name hat Sexappeal». So titelt der «Blick» mit einem Zitat des Stardesigners Tyler Brulé, welcher der neuen Schweizer Airline das neue Gesicht verpasst hat.

«Swiss, tout simplement» – «Semplicemente…Swiss.» Die Schlagzeilen in der Westschweizer Zeitung «Le Temps» und im Tessiner «Corriere del Ticino» zeigen es: Kürzer und schnörkelloser ginge es nicht.

«Der Name ist kurz, erinnerungs-freundlich, kommt ohne Firlefanz aus. Er bedeutet: Wir sind von heute», schreibt der Zürcher «Tages-Anzeiger» und meint, die Form biete traditionell-solide helvetische Grafik und patriotisches Rot. Ihre Botschaft, unterstützt noch vom viersprachigen Zusatz, heisse: «Wir sind sehr schweizerisch.» Doch, meint der «Tagi», nicht im altgebackenen Stil, sondern mehr so: «Eher Swatch als Emmentaler Käse.»

Neuer Name allein genügt nicht

Entscheidend für die Zukunft der neuen Schweizer Airline sei jetzt, den Namen «swiss» mit Inhalten zu füllen. Der Markenname müsse jetzt Programm sein, schreibt die NZZ, die «Neue Zürcher Zeitung».

Klar und deutlich sagt es die «Basler Zeitung»: «Die Leere des Designs schreit geradezu, dass es mit Inhalten gefüllt wird.» So seien denn an der Pressekonferenz die Äusserungen von André Dosé «bemerkenswerter als der ganze Zirkus um ein paar weisse Flugzeuge» gewesen.

Der Berner «Bund» meint, entscheidend für die Schweizer Airline würden andere Fragen sein: «Findet sie die Allianzpartner zur Auslastung des grossen Übersee-Netzes? Gelingt der Spagat zwischen Kostenführerschaft und Spitzenqualität? Raufen sich die Swissair- und Crossair-Mitarbeiter zusammen? Grosse Worte allein werden es da nicht mehr richten.»

Die «Aargauer Zeitung» nennt die Inhalte, mit denen der neue Name gefüllt werden müsste: «Zuverlässigkeit, Sicherheit, Sauberkeit, Freundlichkeit, Weltoffenheit, Effizienz, Eleganz, Innovation, Liebe zum Detail, perfekter Service und – vor allem – Qualität.» Und das Blatt fragt sich sogleich: «Alles typisch schweizerische Eigenschaften? Schön wärs. Aber mit Engstirnigkeit, Streitsüchtigkeit, Verbohrtheit und Hinterwäldlertum würde die neue Airline wohl den falschen Ansprüchen genügen.»

Mut zum Risiko

«swiss», die neue Heimat über den Wolken, «knapp und präzis wie ein SMS», wie das «St. Galler Tagblatt» titelt, birgt für die «Berner Zeitung» indessen auch ein Risiko in sich. Natürlich sei es verlockend und eigentllich naheliegend, die neue Airline «swiss» zu nennen. «Warum sollte man nicht vom guten Image profitieren, das ein Volk über Jahrzehnte aufgebaut hat?» Doch gleich warnt die BZ: «Was ist, wenn ’swiss‘ Pleite geht? Was ist, wenn ’swiss‘ abstürzt? Die Folgen für die Schweiz wären gewiss grösser, als dies bei vergleichbaren Swissair-Ereignissen der Fall war.»

So ernsthafte Fragen wie die BZ stellt sich Viktor Giacobbo in seiner «Tages-Anzeiger»-Kolumne «Ohne Air» nicht. Die neue Fluggesellschaft, die dieselbe Bezeichnung wie viele von uns trage, nämlich «swiss», fliege jedenfalls ab Ende März 123 Zielorte in 60 Ländern an – «sofern sie diese jeweils findet.»

Jean-Michel Berthoud

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