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Jean Frey Gruppe geht nicht an Ringier

Um die Zukunft der Zeitungen und Zeitschriften des Jean Frey-Verlages wird hinter den Kulissen heftig gerungen. Keystone

Die Basler Mediengruppe hat die Verhandlungen mit Ringier abgebrochen: Die Jean Frey AG geht an die swissfirst Bank. CEO wird Ex-Fernsehmann Filippo Leutenegger. Ringier prüft rechtliche Schritte wegen Vertragsbruchs.

Die Jean Frey soll selbstständig und medienpolitisch unabhängig werden, wie am Freitag die Basler Mediengruppe und die swissfirst Bank AG separat mitteilten. Der Vorvertrag mit dem Zürcher Medienhaus Ringier wurde laut der Basler Mediengruppe hinfällig, nachdem über den Inhalt des Hauptvertrags keine Übereinstimmung erzielt wurde.

Die Schweizer Investment und Privatbank swissfirst Bank erwirbt die Aktien der Jean Frey mit sämtlichen Tochtergesellschaften und will sie bei einer Gruppe von privaten und institutionellen Schweizer Investoren platzieren.

Kritik von Ringier

Der Ringier-Verlag, der die Jean Frey AG übernehmen wollte, wirft der Basler Mediengruppe Vertragsbruch vor. Ringier prüft rechtliche Schritte.

Der Vorvertrag beinhaltete, dass die Basler Mediengruppe bis Freitag, 8. Februar, keine Verhandlungen mit anderen Interessenten hätte führen dürfen, erklärte Ringier-Pressesprecher Fridolin Luchsinger.

Zu den inhaltlichen Differenzen, die nun ein Zustandekommen des Hauptvertrags verhinderten, wollte sich Luchsinger nicht konkret äussern. Beim Geschäftsprüfungs-Verfahren (Due Diligence) seien «gravierende Probleme» aufgetaucht, die man in weiteren Verhandlungen hätte thematisieren müssen.

CEO Leutenegger

Geschäftsführer des Verlagshauses wird nach Angaben der swissfirst Filippo Leutenegger, bisheriger Chefredaktor von SF DRS. Mit ihm habe eine herausragende Persönlichkeit der Schweizer Medienlandschaft gewonnen werden können, schreibt swissfirst Bank.

Einsitz in den Verwaltungsrat nehmen Peter Wyss, Finanzchef der Basler Mediengruppe. Verwaltungsratspräsident wird der Unternehmens- und Kommunikationsberater Christoph Richterich.

Leutenegger und alle anderen Mitarbeitenden der Jean Frey hätten die Möglichkeit, sich am eigenen Unternehmen zu beteiligen. Höchste Priorität werde dem «Weltwoche»-Relaunch gegeben. Doch auch für die anderen Titel – Beobachter, Bilanz, TR7 und Fachmedien – bedeute die Übernahme Sicherheit und Unabhängigkeit.

Rentabel werden

Die neue Besitzerin erklärt ihr Interesse an der Jean Frey damit, dass sie Investitionen in die «Old Economy» und in KMU als eine wichtige Aufgabe der Banken erachte. Sie geht davon aus, dass die neue Investition frühestens in drei bis fünf Jahren schwarze Zahlen schreibe. Man glaube an die antizyklische Handlung.

Klar sei, dass man das Unternehmen in die Rentabilität führen wolle. Die swissfirst Bank stelle sicher, dass der Jean Frey genügend und langfristig Mittel zur Verfügung gestellt würden.

swissinfo und Agenturen

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