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Kaum mehr Güter auf der Schiene

Immer noch werden zuwenig Güter vom Laster auf den Eisenbahnwagen verladen. Keystone Archive

Güter werden in der Schweiz nicht so schnell von der Strasse auf die Schiene verlagert. Im letzten Jahr hat die Verlagerung um nur 3% zugenommen.

Insgesamt wurden rund 460’000 Sendungen auf der Schiene durch die Alpen transportiert, etwa 10’000 mehr als im Vorjahr, wie aus einer Statistik des Bundesamtes für Verkehr (BAV) hervorgeht.

Das BAV das niedrige Wachstum mit dem Konjunktur-Einbruch, der sich beim Schienen-Güterverkehr besonders deutlich zeige. «Die Gütermenge, die durch die Alpen transportiert wird, hat allgemein etwas abgenommen», erklärte BAV-Pressesprecher Heinz Schöni gegenüber swissinfo.

Verkehrswachstum gebremst

Dennoch zeigt sich das BAV zufrieden: «Das Wachstum des alpenquerenden Strassen-Güterverkehrs konnte gemäss Hochrechnung im vergangenen Jahr deutlich unter den Wert des Vorjahres gesenkt werden.»

«Die leichte Zunahme des Schienen-Güterverkehrs zeigt uns, dass wir punkto Verlagerungsstrategie auf dem richtigen Weg sind», sagte Schöni. Die Verlagerungspolitik habe insgesamt erste Wirkungen gezeigt.

Ziel noch weit entfernt

Aber noch sei das Ziel nicht erreicht. «Bis 2009 muss die Gütermenge, die einer Million Lastwagenfahrten entspricht, auf die Schiene verlagert werden», fügte Schöni hinzu.

Es sei klar, dass mit der Steigerung des Güterverkehrs Engpässe auf dem Schienennetz zu erwarten seien. Eine Studie im Auftrag des BAV habe gezeigt, dass ein Aufbau der Infrastruktur zur Zeit nicht zwingend notwendig sei, um die Kapazitäten zu erhöhen.

Höhere Priorität für Güterzüge

Allerdings könnten Verbesserungen bei einer integralen Planung von Personen- und Güterverkehr herbeigeführt werden. «Heute gilt der Grundsatz ‚Personenverkehr vor Güterverkehr‘, und da liegt sicher einiges Optimierungspotential drin, wenn man versucht, den Personen- und Güterverkehr gemeinsam zu planen, um noch freie Trassen und Zeitslots zu bekommen», sagt Schöni.

Solche Trassen-Planungen seien relativ kurzfristig zu bewerkstelligen, präzisiert Schöni. Jedenfalls seien Optimierungen Prozesse, die laufend passierten, und diese zu suchen und zu finden, sei eine Daueraufgabe.

Bundesrat befasst sich mit Verlagerungsbericht

Der Bundesrat wird nach Angaben des BAV im kommenden März zu Handen der Verkehrskommissionen von National- und Ständerat einen Verlagerungsbericht verabschieden. Dieser werde neben der definitiven Statistik auch Massnahmen-Vorschläge enthalten, wie die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene beschleunigt werden könnte.

Alina Kunz Popper

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