Lockerung des Camion-Regimes
Ab Montag dürfen pro Tag 3500 Lastwagen durch den Gotthard fahren - 400 mehr als bis anhin.
3100 Lastwagen durchquerten zuletzt pro Tag den Gotthard. Damit war der Tunnel zu rund 92 Prozent ausgelastet. Mit neuen Massnahmen will der Bund die Kapazität nun erhöhen.
Längere Grünphasen
Ab Montag werden die Lichtsignale an den Dosierstellen in Amsteg (UR) und Quinto (TI) nur noch im 4- statt im 2-Stunden-Rhythmus auf Grün wechseln. In einer langen Grünphase sollen insgesamt mehr Camions losfahren können als in zwei kurzen, liess das Bundesamtes für Strassen (Astra) am Freitag verlauten.
Dem Binnenverkehr wird empfohlen, jeweils schon in den frühen Morgenstunden aufzubrechen. Dann seien nur wenige ausländische Camions unterwegs und die Wartezeiten in den Dosierstellen entsprechend kurz, sagt Astra-Sprecher Michael Gehrken.
Lastwagen auf der Landepiste
Damit das modifizierte Konzept umgesetzt werden kann, wird ab Montag auch der vorgelagerte Warteraum im Kanton Nidwalden in Betrieb genommen. Geprüft wird zudem, ob dieser demnächst durch eine Abstellfläche ausserhalb der Autobahn ersetzt werden kann.
Das Verteidigungs-Ministerium (VBS) klärt derzeit ab, ob auf dem Militärflugplatz Alpnach die Einrichtung eines Warteraums möglich wäre. Der Kanton Obwalden ist der Ansicht, dass die notwendigen baulichen Massnahmen für eine direkte Abfahrt von der A8 rasch eingeleitet werden könnten.
Kein zusätzlicher Warteraum im Tessin
Im Kanton Tessin hingegen wird kein zusätzlicher Warteraum geschaffen, weder auf der dreispurigen Autobahn bei Bellinzona noch in Sigirino nördlich von Lugano. Die Verlängerung der Dosierstelle in Quinto soll dazu beitragen, dass das bestehende Verkehrssystem optimiert wird.
Der Bund verspricht sich von diesen Massnahmen, dass die Wartezeiten auf der Fahrt von Luzern ins Tessin nicht mehr als sechs Stunden betragen werden, auch wenn das Verkehrs-Aufkommen in den kommenden Monaten stark zunehmen sollte.
Frankreich will Dosierungs-System am Mont-Blanc
Frankreich will den Mont-Blanc-Tunnel in der ersten Hälfte Februar wiedereröffnen und dann – ähnlich wie am Gotthard – einen Versuch mit einem Dosierungs-System starten. Darüber hat Frankreichs Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot Bundesrat Leuenberger am Freitag bei einem Treffen in Paris orientiert.
Die Franzosen seien beeindruckt vom Dosierungs-System am Gotthard, sagte Hugo Schittenhelm, Sprecher des Verkehrs-Ministeriums (UVEK). Sie wollten nun am Mont-Blanc ein ähnliches, aber noch restriktiveres System einführen.
Wie Verkehrsminister Gayssot Bundesrat Moritz Leuenberger informierte, wollen die Franzosen Personenwagen und Lastwagen im Abstand von 150 Metern alternierend im Einbahnverkehr durch den Tunnel schleusen.
Falls der Versuch funktioniert, wollen auch die Franzosen den alpenquerenden Verkehr langfristig dosieren. Laut dem UVEK-Sprecher verfolgen die Franzosen das Ziel, die Zahl der Camions am Mont-Blanc von bisher 700’000 pro Jahr um rund 100’000 zu reduzieren.
swissinfo und Agenturen
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