Swissair fliegt halb
Die Swissair fliegt am Montag wie vorgesehen über die Hälfte ihrer Flüge; also rund 250. Auch die Tochterfirmen im Cargo-Geschäft arbeiten nur mit halber Kapazität und haben Nachlass-Stundung eingereicht. Die Swissair-Aktie wurde ab Montag aus dem SMI gekippt.
Die Swissair will am Montag insgesamt 55% der Flüge durchführen. Der Flugplan sei auf Grund der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel und auf Grund der Nachfrage gekürzt worden, sagte Swissair-Sprecher Jean-Claude Donzel. Daneben werden gewisse Destinationen nicht mehr mehrmals täglich angeflogen.
Geplant sind total 47 Langstreckenflüge. Weiterhin wird Brüssel nicht angeflogen; die Swissair befürchtet dort Beschlagnahmungen der Maschinen.
Einheitspreis in Bargeld
Die Swissair bietet gegen Bargeld Flüge zu Einheitspreisen an, damit sollen die Ticketverkäufe angekurbelt werden. Innerhalb Europas kostet ein beliebiger Swissair-Flug in der Economy-Class hin und zurück 300 Franken.
Langstreckenflüge werden, exklusive Flugafentaxen, für 800 Franken verkauft. Die Preise in der Business-Class betragen 800 Franken respektive 3’000 Franken für Interkontinentalflüge. Ein First-Class-Flug nach Übersee ist für 7’000 Franken zu haben.
Letzte Rückflugmöglichkeit ist der 27. Oktober.
Cargo-Töchter wollen Nachlass-Stundung
Zwei Swissair-Töchter, die Swisscargo und Cargologic die im Fracht-Geschäft tätig sind, haben Ende letzter Woche beim zuständigen Bezirksgericht um Nachlass-Stundung ersucht. Diese Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung» wurde von der Swissair am Montag bestätigt.
Vor einer Woche hatten bereits die SAirGroup, SAirLines, Swissair AG und Flightlease Nachlass-Gesuche gestellt.
Situation für Angestellte ungewiss
Die Zukunft der beiden Cargo-Töchter die 1550 Personen beschäftigen ist ungewiss. «Wir wissen nicht, wie und in welchem Umfang der Frachtbereich in die neue Gesellschaft integriert wird», erklärte Swisscargo- Sprecher Robert Cathomas. «Wir müssen bald mit den Kündigungen beginnen, damit die Leute noch eine Chance haben, eine neue Stelle zu finden», fügte er hinzu.
Swissair aus dem SMI gekippt
Die Aktien von Swissair und Crossair gerieten am Montag weiter unter Druck.
Die Crossair-Papiere stiegen zu Handelsbeginn von 410 auf 425 Franken, gaben dann am frühen Nachmittag auf 375 Franken nach.
Die Swissair selber sank von 5,63 auf 5,45 Franken. Seit Montag wird die Aktie nicht mehr zum Swiss Market Index (SMI) und zum Swiss Performance Index (SPI) gezählt.
Die SWX-Börse, wo die Firma kotiert ist, hatte beschlossen den Titel per Ende letzter Woche aus dem Index zu kippen. Laut Mitteilung der SWX sollen damit die Indizes weiterhin stabil und nachvollziebar bleiben.
swissinfo und Agenturen
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