Unveränderte Leitzinsen
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dreht nicht weiter an der Zinsschraube. Sie belässt das Zielband für den Dreimonate-Libor bei 1,25 bis 2,25 Prozent.
Das Risiko einer weiteren Konjunkturabkühlung und die damit verbundene Gefahr einer deflationären Preisentwicklung in der Schweiz habe sich verringert, schreibt die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung.
Die weltwirtschaftliche Lage zeige erste Zeichen einer Erholung. Die Nationalbank sehe daher zur Zeit keinen Anlass, ihre Geldpolitik zu ändern. Sie peile bis auf weiteres den mittleren Bereich des Zielbandes für den Dreimonate-Libor an.
Eckwerte bestätigt
In ihrem Ausblick bekräftigte die SNB ihre bereits im Dezember geäusserte Erwartung, dass das reale Bruttoinlandprodukt der Schweiz im laufenden Jahr um rund ein Prozent wachsen dürfte. Ob der nächste Zinsschritt nach oben oder nach unten gehen werde, liessen die Währungshüter offen.
Wirtschaft: verständnisvoll bis enttäuscht
Die Schweizer Wirtschaft zeigt Verständnis für den Entscheid der SNB, die Leitzinsen stabil zu halten. Die Maschinenindustrie und der Gewerkschaftsbund hätten sich mit Blick auf den starken Franken eine Zinssenkung gewünscht.
Die Nationalbank dürfe sich in der Geldpolitik nicht von kurzfristigen Partikular-Interessen leiten lassen, sagte Pierre Triponez, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), auf Anfrage.
Etwas nuancierter tönt es bei economiesuisse, dem Spitzenverband der Schweizer Wirtschaft. Es sei nicht überraschend, dass die SNB die Zinsen stabil halte, sagte economiesuisse-Ökonom Rudolf Walser.
Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) ist enttäuscht. Der starke Franken schwäche die Stellung des Werkplatzes Schweiz, sagte Swissmem-Direktor Thomas Daum.
swissinfo und Agenturen
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