Nur geringe Fortschritte im Artenschutz
Eine Absichtserklärung für ein Regelwerk gegen die Biopiraterie: Das ist der wichtigste Punkt, auf den sich die zweiwöchige UNO-Artenschutzkonferenz in Bonn einigen konnte.
Von Biopiraterie spricht man, wenn ein Pharmakonzern genetische oder biologische Ressourcen wie Pflanzenwurzeln aus einem Entwicklungsland nutzt, ohne dafür zu zahlen.
Denn während die Firmen finanziell profitieren, gehen die Herkunftsländer oft leer aus.
In Bonn wurde nun beschlossen, dass die Entwicklungsländer künftig am Profit beteiligt werden sollen. Bis 2010 soll hierzu ein festes Regelwerk dazu erarbeitet werden.
Vereinbart wurden zudem Kriterien für den Meeresschutz. Und auch zum Regenwaldschutz wurden Initiativen ergriffen.
Kritisch fiel die Bilanz der Umweltschutzorganisationen aus. Der WWF spricht von einer «Lähmung der Staatengemeinschaft».
Sonja Ribi von Pro Natura Schweiz forderte, der Artenschutz müsste die gleiche Dringlichkeit haben wie die Klimaproblematik und sagte: «Diesen Eindruck konnte Bonn nicht vermitteln.»
Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel sprach von «kleinen Schritten», mit denen das Ziel erreicht werden müsse. Angesichts der dramatischen Zerstörung der biologischen Vielfalt seien zwar eher «Siebenmeilenstiefel» notwendig, räumte er ein.
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