
20 Prozent mehr Gesuche für Zivildienst

Rekordzahl von Zivildienstgesuchen in den Sommer-Rekrutenschulen: Die Gesamtzahl der Gesuche nahm im dritten Quartal 2000 um rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, im Tessin sogar um 70 Prozent.
Jahreszeitbedingt leisteten viele ihren Einsatz im Bereich Natur- und Umweltschutz, wie der Leiter Zivildienst mitteilte. 346 Militärdienstpflichtige stellten im dritten Quartal 2000 ein Gesuch um Zulassung zum Zivildienst. Das sind rund 20 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres.
Allein 84 Gesuche stammten aus den Sommer-Rekrutenschulen, deutlich mehr als je seit Bestehen des Zivildienstes, wie Samuel Werenfels, Leiter Zivildienst im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD), am Freitag (17.11.) mitteilte. Rekruten, die den Militärdienst nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, würden in der Regel innert zwei bis drei Wochen zu ihrem Gewissenskonflikt befragt.
43 der 48 angehörten Rekruten wurden darauf zum Zivildienst zugelassen, zwei weitere zogen ihr Gesuch zurück. Alle anderen wurden vorzeitig aus der Rekrutenschule entlassen und deswegen nicht mehr angehört.
5’600 Zivildienstleistende
Gesamthaft bearbeitete die Vollzugsstelle Zivildienst von Juli bis Ende September 313 Gesuche. Von diesen wurden 261 nach Anhörung zugelassen, was einer Anerkennungsquote von rund 92 Prozent entspricht. Mit den neu zugelassenen Personen beläuft sich die Zahl der Zivildienstpflichtigen mittlerweile auf 5’600. 557 von ihnen befanden sich im dritten Quartal im Einsatz und leisteten rund 55’000 Zivildiensttage.
70 Prozent mehr Gesuche aus dem Tessin
Auf die Sprachregionen verteilte sich der Zuwachs der Gesuche unterschiedlich. So gingen seit Anfang Januar elf Prozent mehr deutschsprachige, 19 Prozent mehr französischsprachige und 70 Prozent mehr italienischsprachige Gesuche ein. Insgesamt trafen in den ersten neun Monaten 750 Gesuche aus der Deutschschweiz, 363 aus der Romandie und 61 aus dem Tessin ein.
Rund 15 Prozent der geleisteten Diensttage entfielen in diesem Sommer saisonbedingt auf den Bereich Umwelt- und Naturschutz sowie die Landschaftspflege. Besondere Einsätze gibt es in den Sommermonaten jeweils auch in hochalpinen Zonen. So stehen Zivildienstleistende beispielsweise auf Lehrpfaden im Aletschgebiet den Besucherinnen und Besuchern Red und Antwort oder sorgen mit für den Unterhalt von SAC-Hütten.
swissinfo und Agenturen

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