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Ein Friedensgeneral für die Schweizer Armee

Die Ausbildung der Rekrutenschule soll gemäss dem neuen Armee-Leitbild professionalisiert werden. Keystone

In der Armee XXI können Frauen freiwillig Dienst bei Kampftruppen leisten. Das heutige System "Lehrlinge bilden Lehrlinge aus" wird durch eine professionelle Ausbildung abgelöst. Die "interoperable" Armee erhält einen "Friedensgeneral".

Das sieht der Vorentwurf für ein Armeeleitbild XXI vor, das Bundesrat Samuel Schmid am Dienstag (27.02.) in Bern gleichzeitig mit dem Leitbild Bevölkerungsschutz präsentiert hat. Ende April oder Anfang Mai sollen dem Bundesrat vollständige Vernehmlassungsunterlagen unterbreitet werden.

Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel

Alle Funktionen der neuen Armee sollen Frauen offen stehen. Damit reagiert das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auf den gesellschaftlichen Wandel: Es will den Frauen die gleichen Möglichkeiten wie den Männern auch im militärischen Teil der Sicherheitspolitik eröffnen.

Die Ausbildung in den 24-wöchigen Rekrutenschulen wird professionalisiert. Lehrbrigaden mit Berufs- und Zeitmilitär sorgen für die militärische Grundausbildung und die Spezialistenausbildung (je acht Wochen). Für die Verbandsausbildung sind die sechs bis acht Einsatzbrigaden und die vier Territorialzonen zuständig.

Keine Divisionen mehr

Die Stufen Armeekorps, Division und Regiment verschwinden. Die Brigaden und Territorialzonen werden je nach Auftrag massgeschneidert aus Bataillonen zusammengestellt. Ein «Chef der Armee» im Grade eines Korpskommandanten (Drei-Sterne-General) soll weisungsbefugt für die ganze Armee werden.

Als alte Zöpfe abgeschnitten werden die Train- und Veterinär-Abteilungen, die nicht motorisierte Infanterie, die Radfahrer-, Flughafen- und Festungspionier-Bataillone. Beibehalten wird dagegen das obligatorische Schiessen.

Höhere Rüstungsausgaben

Wie ein roter Faden durchzieht den Entwurf die Forderung nach Kooperationsfähigkeit der Armee. Die Armee müsse mit Streitkräften «in unserem strategischen Umfeld» interoperabel sein. Dafür sei sie modern auszurüsten und zu bewaffnen und bezüglich Stabstechnik, Informationssysteme und Sprachkenntnisse zu trainieren.

Das VBS beklagt die Schere zwischen Betriebs- und Rüstungsausgaben. Die Umsetzung des Leistungsprofils der Armee XXI erfordere mittelfristig zusätzliche Rüstungsausgaben von jährlich mehreren Hundert Millionen Franken. Diese Erhöhung des Investitionsanteils müsse beim Betrieb freigesetzt werden.

swissinfo und Agenturen

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