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5000 Dollar um Fehler gut zu machen

Amerikanische Soldaten erschossen in Bagdad einen schweizerisch-irakischen Doppelbürger. Keystone

Die USA wollen für den Tod des schweizerisch-irakischen Doppelbürgers Salah Jmor eine Kompensation von 5000 Dollar bezahlen.

Jmor wurde von US-Soldaten im Irak getötet. Die Familie weist das Angebot als «unanständig» zurück.

Jmor war im Juli den Irak gereist, um seinen Bruder und seinen Vater zu besuchen.

«Laut der Familie fuhren die beiden Brüder am Dienstag in einem angemeldeten Fahrzeug nach Bagdad», sagte Ivo Sieber, Sprecher des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Als sie einen US-Konvoi mit drei Fahrzeugen passierten, hätten die US-Soldaten das Feuer eröffnet. Beim Zwischenfall kam Salah Jmor ums Leben. Die USA bezeichneten den Zwischenfall als «tragischen Unfall».

Die USA haben nun vorgeschlagen, für den Tod des schweizerisch-irakischen Doppelbürgers eine Kompensation von 5000 Dollar (6400 Franken) zu bezahlen. Die Familie wies das Angebot als «unanständig» zurück.

Per E-Mail

Das Schreiben der US-Botschaft in Bagdad sei dem Schweizer Verbindungsbüro in der irakischen Hauptstadt per E-Mail zugestellt worden, sagte der Anwalt der Witwe, Robert Assaël am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht in der Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève».

Assaël betonte, auch das EDA habe ihm in einem Brief geschrieben, dass der vorgeschlagene Betrag «in diesem Fall ganz klar ungenügend» erscheine.

Gemäss Assaël verlangt Taban Jmor, die Witwe des Verstorbenen, dass die «ganze Wahrheit» ans Licht kommt und die Amerikaner ihre Verantwortung für den Tod ihres Mannes auf sich nehmen. Das US-Angebot sei für sie «schockierend».

Vollständige Aufklärung verlangt

Auch das EDA erwartet immer noch eine vollständige Aufklärung der US-Behörden über den Tod von Jmor . «Sollte die Untersuchung ergeben, dass die USA verantwortlich für die Tat sind, muss die Frage der Entschädigung auf dem normalen zivilen Weg abgeklärt werden», sagte EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat.

Ein US-Militäroffizier hatte jedoch bereits im März gegenüber der Zeitung «Seattle Times» betont, dass die USA auch im Falle einer Entschädigung nicht automatisch eine Schuld anerkennen würden.

Die Schweizer Behörden sind bei der amerikanischen Regierung bereits mehrere Male vorstellig geworden. Die Familie Jmor hingegen habe bisher nicht direkt, sondern nur über das EDA Kontakt mit Washington gehabt, sagte der Anwalt.

Die Unterstützung des EDA habe Taban Jmor als «mitfühlend und entschlossen» empfunden. EDA-Chefin Micheline Calmy-Rey habe sich in einem Schreiben sogar persönlich gemeldet. Assaël klärt nun ab, ob er die Affäre vor ein amerikanisches Gericht bringen will.

swissinfo und Agenturen

Am 28. Juni 2005 wurde der Schweizer Doppelbürger Salah Jmor von US-Truppen in Bagdad erschossen.
Die US-Regierung spricht von einem «tragischen Unfall».
Die Schweiz verlangt mehr Informationen zum Ereignis. Bisher hat sie den Untersuchungsbericht der US-Armee nicht erhalten.

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