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Initiative für mehr Leben in den Flüssen

Zu wenig Restwasser führt zur Austrocknung von Flüssen. RTS

Die Schweizer Fischer haben am Freitag die Volksinitiative "Lebendiges Wasser" lanciert, um den Fischen mehr natürlichen Lebensraum zurückzugeben.

Gleichzeitig sollen Fischerei- und Umweltorganisationen rechtlich besser gestellt werden.

Schweizer Flüsse und Bäche sollen wieder natürlich fliessen, damit die einheimischen Fischarten überleben können. Dieses Ziel verfolgt der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) mit seiner am Freitag lancierten Volksinitiative «Lebendiges Wasser».

Mit der so genannten Renaturierungs-Initiative soll den offenkundigen Defiziten beim Vollzug des Bundesgesetzes über den Gewässerschutz ein Ende bereitet werden, begründete der SFV am Freitag die Lancierung. Gleichzeitig sollen Fischerei- und Umweltorganisationen rechtlich besser gestellt werden.

Den Anstoss zum Volksbegehren hatten die SFV-Delegierten im Mai des letzten Jahres gegeben. Der Initiativtext wurde Anfang Jahr im Bundesblatt veröffentlicht. Die 100’000 Unterschriften müssen bis zum 4. Juli 2006 eingereicht werden.

Gestresste Fische

Heute mangle es schlicht an Leben im Wasser, sagte SFV-Präsident Werner Widmer. Ein Stressfaktor für Fische seien die Wasserkraftwerke. Der Vollzug des Gewässerschutzgesetzes funktioniere nur ungenügend.

Mit dem vorgeschlagenen Verfassungsartikel müssen die Kantone die Renaturierung öffentlicher Gewässer und Uferbereiche dort fördern, wo diese durch Wasserentnahmen von Kraftwerken belastet sind. Zur Finanzierung der Kosten, die nicht den Verursachern überbunden werden können, soll jeder Kanton einen Fonds einrichten.

Zudem soll das Antrags- und Beschwerderecht von gesamtschweizerischen Fischerei-,Natur- oder Umweltschutzorganisationen in der Bundesverfassung verankert werden.

Unterhalb von Wasserkraftwerken müsse die Situation entsprechend der vom Stimmvolk 1992 angenommenen gesetzlichen Bestimmungen für die Sanierung der Wasserentnahmen verbessert werden.

Zugang zu Laichplätzen versperrt

Seit 1980 sind die Forellenfänge in der Schweiz um 60% zurückgegangen, wie Widmer betonte. «Im Land der künstlichen Flussbarrieren wird den Fischen der Zugang zu Laichplätzen an den Flussoberläufen und Seitengewässern versperrt», fügte er an.

Widmer kritisierte auch das «eklatante Vollzugsdefizit». Das Bundesgesetz über den Gewässerschutz (GSchG) von 1992 sei zu einem grossen Teil toter Buchstabe geblieben.

Der Bund dulde diese Missachtung der Sanierungspflicht still und leise, den Kantonen fehlten oftmals die Mittel und die mit diesen «verbandelten» Kraftwerken täten in den seltensten Fällen etwas.

Warnung vor finanziellen Folgen

Der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband (SWV) distanzierte sich am Freitag von der Renaturierungs-Initiative der Fischer. Diese sei einseitig und verhindere eine echte Nachhaltigkeit. Die rechtlichen und finanziellen Folgen des Begehrens sind laut SWV gravierend.

swissinfo und Agenturen

Rückgang der Forellenfänge in der Schweiz seit 1980 um 60%
16 der 17 einheimischen Arten sind vom Aussterben bedroht
Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) wurde 1883 gegründet
Er vertritt die Interessen von über 36’000 Fischern

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