Schweizer Fahne flattert im olympischen Turin
Bundesrat Samuel Schmid hat am Donnerstag an der Begrüssungszeremonie der helvetischen Delegation im olympischen Dorf in Turin teilgenommen.
Sportminister Schmid besuchte auch das Internationale Radio- und Fernseh-Zentrum und hat swissinfo ein Interview gewährt.
Der Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) wünschte in der Olympia-Hauptstadt Turin den Athletinnen und Athleten der Schweizer Delegation bei der traditionellen Fahenaufzugs-Zeremonie viel Glück und Erfolg.
Samuel Schmid freute sich über den von der Bürgermeisterin des olympischen Dorfes in Turin organisierten Empfang. Manuela Di Centa ist eine ehemalige Nordisch-Ski-Athletin. In Lillehammer 1994 errang sie eine Medaille.
Der Schweizer Sportminister bleibt bis am Sonntag im Piemont. Am ersten Tag seiner Reise und nach dem Besuch des internationalen Medienzentrums sprach er mit swissinfo über seine Erwartungen für die XX. Olympischen Winterspiele.
swissinfo: Samuel Schmid, was fühlten Sie, als die Schweizer Fahne aufgezogen wurde?
Samuel Schmid: Meiner Ansicht nach ist das etwas sehr Wichtiges, auch für die Athleten. Das ist ein symbolischer Akt, der alle Schweizer tief bewegt. Er verleiht die nötige Motivation, um das Beste aus sich herauszuholen, um zu gewinnen.
swissinfo: Verspürten Sie bei dieser Zeremonie einen leichten Stich im Herzen, als Sie daran dachten, dass diese Olympischen Spiele auch in Sitten, in der Schweiz, hätten stattfinden können?
S.S.: Es handelt sich um eine demokratische Entscheidung, und das muss man akzeptieren. Die Turiner Organisation ist exzellent, und ich bin ziemlich sicher, die Wettkämpfe werden es auch sein. Jetzt müssen wir Wettbewerbe gewinnen. Das ist bedeutend wichtiger als die Spiele in der Schweiz zu haben.
swissinfo: Was erwarten Sie von den Spielen in Turin in Bezug auf die Schweizer Delegation?
S.S.: Man sagt immer, das sei schwierig vorherzusagen, aber für mich gibt es überhaupt keinen Zweifel: Wir werden neun Medaillen erringen.
swissinfo: Sie sind auch der Verteidigungsminister. Die Schweiz und Italien haben am Mittwoch einen Vertrag ratifiziert, der die Sicherheit des Luftraums gegen nicht-militärische Angriffe absichern soll. Was heisst das konkret?
S.S.: Wir haben bereits einen solchen Vertrag mit Frankreich. Und wir werden weitere mit unseren Nachbarn aushandeln. Um die Sicherheit des Luftraums zu gewährleisten, ist das nötig. Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit. Wir müssen aufeinander zählen können, wenn eines unserer Länder ein wichtiges Ereignis organisiert.
Aus diesem Grund haben wir dieses Abkommen getroffen. Ich bin glücklich, dass es gestern Abend vom italienischen Präsidenten unterzeichnet wurde.
swissinfo: Werden sie als Verteidigungsminister von der Turiner Organisation für die Fussball-Europameisterschaft 2008 profitieren?
S.S.: Wir haben bereits in den letzten Jahren solche Veranstaltungen beobachtet. Wir waren in Athen, in Portugal und haben Kontakt mit den Deutschen.
Wir werden aus den Ereignissen hier in Turin unsere Schlüsse ziehen. Es gibt eine Entwicklung, und was wir bis jetzt getan haben, zeigt, dass die Vorschläge der Regierung ans Parlament vor einigen Monaten korrekt und seriös waren.
swissinfo-Interview: Mathias Froidevaux, Turin
(Übertragung aus dem Französischen: Etienne Strebel)
Die Olympischen Spiele von Turin finden vom 10. zum 26. Februar 2006 im italienischen Piemont statt.
Der Schweizer Sportminister Samuel Schmid weilt vom 9. bis 12. Februar in Turin.
Die Schweizer Delegation umfasst 130 Athletinnen und Athleten.
Swiss Olympics hofft auf 8 Schweizer Medaillen.
Am 19. Juni 1999 hatte das Internationale Olympische Komitee Turin der Schweizer Stadt Sitten für die Organisation der Olympischen Spiele 2006 vorgezogen.
Samuel Schmid ist in Turin einerseits als Sport- aber auch als Verteidigungs-Minister präsent.
Das Sicherheitsbudget in Turin wird auf umgerechnet 140 Mio. Franken geschätzt.
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