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Schweizer reisen weniger und weniger weit

Die Schweizerinnen und Schweizer reisten 2003 gegenüber 1998 signifikant weniger. Keystone

2003 haben die Schweizer insgesamt weniger für das Reisen ausgegeben. Dabei bevorzugten sie nähere Ziele als im Vergleichsjahr 1998.

Auch im Ausland gaben sie weniger aus. Der Geschäftsreise-Bereich schrumpfte laut Bundesamt für Statistik stärker als der private.

Die Schweizerinnen und Schweizer waren im neuen Jahrtausend weniger reisefreudig als bei der letzten Erhebung im Jahr 1998. Gründe sind die konjunkturelle Lage und der Verzicht auf Flugreisen nach dem 11. September 2001.

Der Anteil jener, die mindestens eine private oder geschäftliche Reise mit Übernachtung unternahmen, blieb zwischen 1998 und 2003 mit 83% stabil, wie das Bundesamt für Statistik in seiner jüngster Erhebung zum Reiseverhalten (Vergleich 2003 mit 1998) festhält.

Allerdings nahm die Anzahl Reisen pro Person von 3,5 auf 3 leicht ab. Gesamthaft wurden 102 Mio. Reisen ohne Übernachtung und 21,8 Mio. Reisen mit mindestens einer Übernachtung unternommen.

Starke Abnahme bei Business Reisen

In den Unternehmen wurden wegen den Sparanstrengungen eher kurze Geschäftsreisen innerhalb der Schweiz gebucht. Mehrtägige Trips bei Berufsreisen gingen um 44% zurück.

Das wirkte sich auch auf die Spesenrechnung aus: Durchschnittlich wurden 2003 pro Person 363 Franken für Geschäftsreisen ausgegeben. Im Jahr 1998 waren es noch 451 Franken gewesen.

Deutschland statt Frankreich

Auch privat reisten die Schweizer weniger oft. Insbesondere Kurztrips (1 bis 3 Übernachtungen) gingen um 14% zurück. Dabei löste Deutschland den langjährigen Leader Frankreich als Haupt-Kurzdestination ab.

Auf längere Ferien hingegen wurde kaum verzichtet. Diese führten zu 55% ins benachbarte Ausland. Davon genoss jeder Vierte seinen Urlaub in Italien.

Weniger Flugreisen

Durchschnittlich gab die Schweizer Bevölkerung pro Person 117 Franken pro Privatreise-Übernachtung aus. Im 1998 waren es noch 125 Franken gewesen. Der Rückgang entwickelte sich aber bei den Geschäftsreisen weit stärker. Die Ausgaben sanken von 451 auf 363 Franken.

Die Bevölkerung sparte nicht nur, indem sie weniger reiste und günstigere Destinationen in der Nähe vorzog. Auch bei der Wahl der Verkehrsmittel und der Beherbergung wurde aufs Geld geschaut.

Die Wahl von näher gelegenen Reisedestinationen erklärt das BFS mit dem konjunkturell bedingten Verzicht von weiten und teuren Reisen sowie dem Verzicht auf Flugreisen nach dem 11. September 2001. Die Reisen mit dem Auto stiegen um 5%.

swissinfo und Agenturen

Die Anzahl Reisen mit Übernachtungen erreichte im Jahr 2003 21,8 Millionen.
Die Anzahl Reisen ohne Übernachtungen belief sich auf 102 Mio.
Wie schon im Jahr 1998 unternahmen die Schweizer mindestens eine private oder geschäftliche Reise mit Übernachtung.
Doch die Anzahl Reisen pro Jahr nahm von 3,5 pro Person auf 3 ab.
Geschäftsreisen nahmen um 44% ab.
Seit 1998 nahmen die privaten Reisebudgets um 6,4% ab, die Geschäfts-Reisebudgets um 19,5%.

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