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Wieder ein später Coup der Türkei

Der Türke Hamit Altintop (links) tröstet nach dem Penaltyschiessen Kroatiens Robert Kovac. Keystone

Nach einem Tor in letzter Minute und Penaltyschiessen gegen Kroatien treffen die Türken im Halbfinal auf Deutschland. Wieder habe die Türkei in einem zwar langweiligen, aber dramatischen Spiel spät zugeschlagen, so das Fazit der Schweizer Presse.

«Der nächste späte Coup der Türkei», titelt der Zürcher Tages-Anzeiger. «Welches Finale für die Türkei!», lautet die Schlagzeile der Westschweizer Zeitung Le Matin, und 24Heures meint: «Wieder ein Wunder.»

«Terrier Terim – Beisst er jetzt auch die Deutschen?», fragt sich der Blick. «Erst passierte 118 Minuten fast nichts. Dann knallte es zweimal. Und die Türkei besiegte Kroatien im Penaltyschiessen und steht jetzt im Halbfinal gegen Deutschland.»

Langweiliges Spiel mit Schlussdramatik

«So viel Dramatik zuletzt herrschte, so langweilig war zuvor das Spiel gewesen», schreibt der Tages-Anzeiger. Eine Ansicht, die auch die Basler Zeitung teilt: «Das Niveau der Partie wurde auch in der Verlängerung nicht viel besser – die Schlussphase hatte es allerdings in sich.»

Ähnlich tönt es in der Berner Zeitung und im Berner Bund: «Die Begegnung war vor dieser verrückten Schlussphase wenig intensiv gewesen, sie war langweilig und schrecklich fehlerhaft.» Türken und Kroaten hätten sehr vorsichtig agiert. «Man hatte das Gefühl, der antike Libero, ein böser Zeitgenosse aus längst vergessen geglaubten Zeiten, feierte an diesem Abend ein doppeltes Comeback. Wobei von Feierstimmung keine Rede sein konnte.»

Für die Neue Zürcher Zeitung war es das Duell zweier Mannschaften, «die keinen Zentimeter von ihrer taktischen Richtlinie abrückten, so das ganz grosse Spektakel zwar verhinderten, aber den Rahmen zum ersten echten Drama dieser EM lieferten». Für die Westschweizer Zeitung Le Temps war es «ein spannendes Spiel», aber es sei so viel auf dem Spiel gestanden, dass Kroatien und die Türkei «lange wie gelähmt waren».

Erinnerungen an Schweiz-Ukraine

«Das Geschehen erinnerte, und das war fatal, stark an den WM-Achtelfinal 2006 Schweiz-Ukraine, als sich die Mannschaften ebenfalls uninspiriert und torlos über die Spielzeit geschleppt hatten», schreibt die Berner Zeitung. Die Verlängerung sei, wie gestern, einer Bestrafung für die Zuschauer gleichgekommen.

Das Penaltyschiessen musste im Spiel Türkei-Kroatien also entscheiden. «Und jetzt versagten den Kroaten die Nerven», so die NZZ. «Modric und Rakitic setzten den Ball neben das Tor.» Was den Blick zu folgendem Kommentar veranlasst: «Und dann noch das: «Wieder scheiterten die ‚Basler‘ – ausgerechnet Rakitic und Petric versagten! Unglaublich!»

Vom Patzer zum Helden

Für Le Matin war der türkische (Ersatz)Torhüter Rüstü die zentrale Figur im dramatischen Match: «Rüstu von Null zum Helden!», steht gross geschrieben. Der Goalie sei für das kroatische 1:0 verantwortlich gewesen, dann sei er im Penaltyschiessen aber zum Helden geworden.

Der Blick sieht es auch so: «Kurz vor Schluss patzte Türkei-Goalie Rüstü, am Schluss konnte er doch jubeln.» Und noch etwas weiss das Boulevardblatt ganz genau: «Freuen wird es die Deutschen. Denn die Türken haben neben zahlreichen Verletzten auch drei Gesperrte!»

swissinfo, Jean-Michel Berthoud

Stadion Ernst-Happel in Wien (Österreich)
Schiedsrichter: Rosetti (ITA).

Elfmeterschiessen:
Die Türkei besiegt Kroatien 3 zu 1 (Spielstand nach Ablauf der regulären Zeit: 0:0
Spielstand nach Verlängerung: 1:1

Tore:
Kroatien: Klasnic (119)
Türkei: Semih (120+2)

Mannschaftsaufstellung:
Kroatien: 1 Pletikosa; 5 Corluka, 4 Robert Kovac, 3 Simunic, 22 Pranjic; 11 Srna, 10 Niko Kovac, 14 Modric, 7 Rakitic; 19 Kranjcar; 18 Olic.

Türkei: 1 Rüstü; 22 Altintop, 15 Asik, 2 Servet/4 Gökhan Zan, 3 Hakan Balta; 6 Mehmet Topal, 20 Sabri/18 Kazim, 14 Arda, 17 Tuncay; 8 Nihat, 9 Semih.

Samstag, 21. Juni:
St. Jakob Park, Basel
Niederlande – Russland: 20.45 Uhr

Sonntag, 22 Juni:
Ernst-Happel Stadion, Wien
Spanien – Italien : 20.45 Uhr

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