ECONOMICS/JP: Regierung rechnet mit schwächerem Wachstum
TOKIO (awp international) – Japans Wirtschaftswachstum dürfte sich nach Einschätzung der Regierung im kommenden Jahr wegen geringerer Konsumausgaben und Exporteinnahmen spürbar abschwächen. Nach ihrer am Mittwoch veröffentlichten Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in dem am 1. April beginnenden Steuerjahr nur noch um real 1,5 Prozent zulegen nach 3,1 Prozent in diesem Jahr. Eine wesentliche Ursache für das langsamere Wachstum ist das Auslaufen staatlicher Konsumanreize. Die Regierung rechnet zwar damit, dass die Verbraucherpreise im kommenden Jahr nicht fallen werden. Ein Ende der hartnäckigen Deflation bedeutet dies jedoch noch nicht gleich.
Dass das Wachstum im laufenden Jahr mit 3,1 Prozent stärker ausfallen dürfte als erwartet – die Regierung hatte zuvor noch mit 2,6 Prozent gerechnet – liegt vor allem an den staatlichen Hilfen zur Ankurbelung der Produktion und des Konsums. Dazu gehörten Kaufanreize für umweltfreundliche Autos. Das Auslaufen dieser Massnahmen dürfte sich jedoch schon im kommenden Steuerjahr auswirken. Jüngste Daten weisen auf eine Verlangsamung der Industrieproduktion hin, vor allem bei den Autoherstellern. Hinzu kommt, dass Japans stark exportabhängige Wirtschaft weiter unter dem starken Yen leidet.
Der Exportzuwachs dürfte sich der neuen Regierungsprognose zufolge auf 6,2 Prozent nach 15,8 Prozent abschwächen. Bezüglich der Beschäftigungslage rechnet die Regierung in Tokio mit einer weiteren langsamen Verbesserung. So dürfte die Arbeitslosenquote von gegenwärtig 5,0 Prozent auf 4,7 Prozent sinken. Die Regierungsprognose berücksichtigt nicht kürzlich beschlossene Änderungen der Steuerpolitik, wonach unter anderem die Unternehmenssteuer um fünf Prozent gesenkt werden soll./ln/DP/bgf