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EU/Helaba-Chefökonomin warnt vor Ausweitung des Euro-Rettungsschirms

FRANKFURT (awp international) – Eine Ausweitung des Rettungsschirms für finanzschwache Euro-Länder hätte nach Einschätzung von Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Trau fatale Folgen. «Bei einer Ausweitung des Rettungsschirms droht ein Crash am deutschen Rentenmarkt», sagte Traud am Dienstag in Frankfurt. Als Grund nannte die Ökonomin das bereits jetzt gewaltige Volumen der Hilfen, das durch eine Ausweitung nochmals erhöht würde. «Dann müsste man sich schon fragen, wer denn jetzt eigentlich für wen bürgt.» Eine mögliche Erhöhung des Rettungsschirms von aktuell 750 Milliarden Euro hatte unlängst Bundesbank-Chef Axel Weber ins Spiel gebracht.
Laut Traud beginnt der deutsche Anleihenmarkt bereits, derartige Szenarien einzupreisen. So hatten deutsche Staatstitel zuletzt kaum noch von steigenden Risikoaufschlägen in angeschlagenen Euro-Ländern profitieren können. «Von den Märkten wird bereits jetzt gespielt, dass Deutschland letztlich für die Schulden vieler anderer Länder mithaften könnte.»
Mit Blick auf den geplanten Mechanismus für finanzschwache Länder nach dem Auslaufen des aktuellen Rettungsschirms im Jahr 2013 sagte Traud: «Ich hätte mir gewünscht, dass der Schirm ab 2013 ganz ausläuft.» Aufgrund der an den Märkten aktuell vorherrschenden «Vollkasko-Mentalität» sei diese Alternative aber kaum umsetzbar gewesen. Am vergangenen Wochenende hatten sich die EU-Länder im Grundsatz darauf geeinigt, den Rettungsschirm nach 2013 in veränderter Form fortzuführen und private Investoren an der Rettung finanzschwacher Staaten zu beteiligen. Einen Automatismus, wie insbesondere von Deutschland vorgeschlagen, wird es aber wohl nicht geben./bgf/jsl

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