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Allianz – wo bist du?

Eine Option wäre der Beitritt zu Oneworld, in der British Airways eine dominierende Rolle einnimmt. Keystone Archive

Die Crossair hält fieberhaft Ausschau nach einer Allianz. Crossair-Chef André Dosé verhandelt kommende Woche mit Vertretern von Lufthansa und British Airways.

Mit allen drei Allianzen – mit Star Alliance (Lufthansa), Oneworld (British Airways) und Sky Team (Air France) – stehe die Crossair derzeit im Kontakt, sagte Dosé am Samstag in einem Interview mit dem Westschweizer Radio RSR.

KLM ist keine Option

Nicht zur Debatte steht laut Dosé derzeit eine neue, kleinere Allianz mit KLM, wie sie der neue Verwaltungsrats-Präsident Pieter Bouw ins Spiel gebracht hatte. In einer solchen Allianz sieht auch Moritz Suter, ehemaliger Verwaltungsrats-Präsident der Crossair, wenig Chancen.

Die KLM habe die gleichen Probleme wie die Swissair, sagte Suter in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Beide Airlines hätten zu viele Umsteige-Passagiere und einen zu kleinen Heimmarkt. Deshalb sei nicht einzusehen, warum die KLM ein Interesse daran haben sollte, dass eine Flotte von 26 Langstrecken-Flugzeugen ab dem Hub Zürich operiere.

Ausländische Klagen

Während die Verhandlungen um eine Allianz offenbar voran schreiten, drohen weiterhin Klagen aus dem Ausland gegen die neue Schweizer Airline. «Eine grosse Zahl von Anwälten setzt sich mit diesen Dossiers auseinander», sagte Dosé.

Er würde sich zwar lieber auf den Aufbau der neuen Schweizer Airline konzentrieren, doch müssten derartige Risiken untersucht werden. In den letzten Tagen hatten bereits Belgien, Sabena, Portugal, die portugiesische Airline TAP und die französische Air Lib Millionen-Summen als Entschädigung gefordert. Diese Ansprüche sollen vor Gericht durchgesetzt werden.

Keine Fusion

Air Lib kündigte an, insbesondere liquide Töchter wie die Crossair im Visier zu haben. Dosé hielt entgegen, dass es sich beim Projekt Phoenix um die Vergrösserung der Crossair handle und nicht um eine Fusion mit der Swissair.

Die Crossair könne nicht für die eingeklagten Forderungen von ehemaligen Swissair-Partnern aufkommen, erklärte Dosé. Die entsprechenden Verfahren könnten allerdings vier bis fünf Jahre andauern, schätzte er.

Bouw optimistisch

Sein Vertrauen in die neue Schweizer Airline bekräftigte am Sonntag der neue Verwaltungsrats-Präsident Pieter Bouw. Die «neue Crossair» fliege auch noch in fünf Jahren, sagte er in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

«Wir haben die Kapazität bereits um 25 bis 30 Prozent herunter gefahren und damit dem Marktpotenzial angepasst», sagte Bouw. Die neue Airline werde zudem um 20 bis 30 Prozent tiefere Kosten haben als die alte Swissair. «Wenn es uns gelingt, das Vertrauen wieder zu gewinnen, stehen unsere Chancen gut», sagte Bouw weiter.

swissinfo und Agenturen

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