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Keine Rezession, doch mahnende Worte

Der Wirtschafts-Dachverband macht weiter Druck auf die Regierung für möglichst wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen. Keystone Archive

economiesuisse erwartet für 2002 ein Wachstum von über einem Prozent. Wegen der weltweit labilen Konjunktur setzt der Verband auf Haushalte.

«Die Inlandnachfrage weist bisher weniger starke Bremsspuren auf als der Aussenhandel», bilanziert economiesuisse in seinem am Montag veröffentlichten Wirtschaftsbericht. Und auch künftig wird der private Konsum eine Wachstums-Stütze bleiben, so die Prognose des Wirtschafts-Dachverbandes.

Die Flaute bei den Exporten – schwache Bestellungs-Eingänge und sinkende Auftragsbestände – sowie die Schwäche im Tourismus dürfte auch in den nächsten Monaten noch anhalten.

Globalisierung der Konjunktur

Die Globalisierung zeigt ihre Folgen auch für die Schweizer Volkswirtschaft: Die Konjunkturzyklen laufen weltweit viel zeitgleicher ab. Gerade der frühere Vorteil der Schweiz, die aus einer europäischen Rezession in einen US-Aufschwung exportieren konnte, gebe es jetzt nicht mehr, sagte Rudolf Walser, Mitglied der Geschäftsleitung von economiesuisse, gegenüber swissinfo.

«Wenn alle drei grossen Wirtschaftsräume – Amerika, Europa und Asien – sich in einer schwierigen, labilen Konjunktur-Situation befinden, gibt es eben diese Ausgleichs-Funktion bei unterschiedlichen Konjunkturzyklen nicht mehr.» In guten wie in schlechten Zeiten seien die einzelnen Volkswirtschaften verbunden.

Die Konsequenz für die Schweiz: Eine Wende werde erst dann Eintreten, wenn der Aussenhandel mit den wichtigen Handelspartner anziehe, so der Wirtschaftsbericht.

Alles in allen rechnet economiesuisse mit einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 1 bis 1,5 Prozent. «Die Schweiz befindet sich damit nicht in einer Rezession», sagt Rudolf Walser. Und ergänzt: «Es ist auch nicht zu befürchten, dass es soweit kommt.»

Knackpunkt starker Franken

Die Entwicklung an der Börse müsste eigentlich optimistisch stimmen: Der Schweizer Börsenverlauf hat sich seit dem Einbruch nach dem 11. September wieder deutlich verbessert. Allerdings relativiert Rudolf Walser diese Entwicklung: «Ich glaube wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Entwicklung der Börsen für das Konjunktur-Geschehen in der Schweiz immer weniger wichtig werden.»

Eine wichtigere Grösse – deren Entwicklung economiesuisse zurzeit mit Sorge betrachtet – ist der Schweizer Franken. Dieser notiert seit Wochen sehr hoch. Der kürzlich geäusserte Prognose des Nationalbank-Präsidenten, dass diese Hausse ein vorübergehendes Phänomen sei, mag man noch nicht wirklich glauben. «Wir hoffen, dass diese Prognose zutrifft, bis heute ist das allerdings noch nicht der Fall», sagt Walser.

Forderungen an Politik und Nationalbank

economiesuisse wird weiter Druck machen auf die Geldpolitik. Zudem wiederholt der Wirtschaftverband seine Forderungen an Regierung und Parlament: Mehr Anreize in der Steuerpolitik, staatliche Investitionen und die Konsolidierung des Bundes-Haushaltes.

Eva Herrmann

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