Presseschau vom 09.08.2003
Das Ringen der Schweizer Airline Swiss um ihre Zukunft am Himmel steht im Vordergrund. Am Montag nächster Woche soll der Verwaltungsrat folgenschwere Entscheide fällen.
Und einmal mehr drückt die sommerliche Rekord-Hitze bis in die Spalten der Schweizer Zeitungen durch.
«Die Swiss hat keine Wahl», befindet der Zürcher TAGES-ANZEIGER. Zwar habe die Fluggesellschaft auf dem Papier noch die Freiheit, zwischen den Szenarien Alleingang, Anlehnung an einen starken Partner oder dem definitiven Aus zu wählen.
«Die bittere Realität ist: die Schweizer Fluggesellschaft hat keine Alternativen mehr.» Für die Fortsetzung des Alleingangs erhalte die Swiss wohl keine neuen Geldmittel mehr, ebenso wenig mache die Nachlassstundung Sinn. Also bleibe ihr nur eines:
«Sie muss sich an eine starke Schulter anlehnen. Sie verliert dadurch ihre Eigenständigkeit. Aber sie bekommt eine Zukunft», so der TAGI. Alle Beteiligten, Bund, Kantone, Grossbanken, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat, sollten sich deshalb gemeinsam für diese Lösung einsetzen: «Sie ist der einzige Weg in die Zukunft.»
Sackgasse Alleingang
Auch die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG sieht den Spielraum für die Swiss-Führung stark eingeschränkt: «Der Swiss-Alleingang endet in der Sackgasse».
Die Hoffnungen, mit den Bund-Milliarden als komfortabler Eigenkapitalbasis und den angeblich sehr kompetitiven Kostenstrukturen im Fluggeschäft bestehen zu können, seien verflogen: «Es ist anders gekommen.»
Wenn man das Crash-Szenario ausschliesse, blieben dem Unternehmen die Optionen Alleingang oder Integration, kommt die NZZ zum selben Schluss wie der TAGI. «Die Finanzierung eines Alleingangs hängt in der Luft», weshalb nur noch die Integration übrigbleibe.
Doch Lufthansa?
«In den spekulativen Planspielen um die Frage, wer für die Swiss als Partner in Frage kommen könnte, scheint zurzeit die Lufthansa die besten Karten zu besitzen», schätzt die NZZ.
Weil aber eine Integration die Gefahr mit sich bringen könnte, dass der Hub Zürich redimensioniert werde, vermisst die NZZ eine klare Haltung sowohl des Bundes als auch der Grossaktionäre aus der Privatwirtschaft.
«Kein Zweifel: die Swiss-Führung steht vor einem Entscheid, der weit über die unternehmenspolitische Dimension hinausgeht.»
Hitze und Partys ohne Ende
In Hitzewallungen bricht der BLICK aus bei seinem Ausblick auf das Wochenende in der Schweiz, das von der samstäglichen Street Parade in Zürich dominiert wird:
«Die Schweiz explodiert! Neue Hitze-Rekorde. Monster Partys», versprechen grosse Lettern in Rot. Ob Balkonparty oder der Umzug hunderttausender Fans von Technomusik ums Zürcher Seebecken, ob Gartenbeiz oder Seenachtsfest, die ganze Schweiz wird dieses Wochenende zu einer einzigen Festhütte», frohlockt die Boulevard-Zeitung.
Schweizer als Sizilianer
Das andauernde Hoch «Michaela» verlege die Schweiz 1500 Kilometer nach Süden und wecke in uns Schweizern die Sizilianer: «Siesta statt Chrampf, Festbank statt Küchentisch. Und das beste ist: Es wird noch lange so bleiben.»
Denn dieser Sommer werde bis zum Winter dauern, dank des aufgeheizten Mittelmeeres, spielt der BLICK den Klima-Propheten.
swissinfo, Renat Künzi
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