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Hotelsterne mit Zusätzen

Die Hälfte aller 5-Stern-Hotels hat den Zusatz "Superior" erhalten.

(Keystone)

Die Klassifikation der Schweizer Hotelsterne wird ausgebaut: Zu den Sternen gibt es unter anderem den Zusatz "Superior", wie der Branchenverband der Hotellerie entschieden hat.

Kürzlich erst hat GastroSuisse, der Berufsverband der Wirte, ein erstes eigenes Bewertungssystem für seine Hotels vorgestellt.

Mit der 5. Revision der Sterne-Klassifikationen der Hoteliers seit 1979 sind die Zeiten der einfachen Sterne-Vergabe vorbei: hotelleriesuisse führt bei Drei-, Vier- und Fünf-Stern-Hotels die Auszeichnung "Superior" ein.

Die Mitteilung dieses nötigen Ausbaus der traditionellen Sterne-Klassifikation, an dem seit langem gearbeitet wurde, kommt eine Woche nach der Information des Wirteverbands GastroSuisse, ein eigenes Bewertungssystem, "Hot-C", zu lancieren.

Kleinere Hotels sind oft Mitglieder bei der von Wirten dominierten GastroSuisse und nicht bei hotelleriesuisse.

Damit sind potenzielle Hotelgäste in der Schweiz ab 2007, wenn die erneuerte Sterne-Klassifikation in Kraft tritt, mit zwei Systemen konfrontiert: Sterne und "Hot-C".

Logement und Gastronomie: Zwei Märkte

Zwei Klassifikationssysteme in der Schweiz seien unnötig, sagte Guglielmo L. Brentel, Präsident von hotelleriesuisse, am Mittwoch in Zürich. Letztlich werde aber der Markt entscheiden, welche Hotelklassifikation sich durchsetze.

"Im Segment der Luxushotellerie kann die Schweiz mit den besten Ländern der Welt mithalten", sagt Brentel gegenüber swissinfo. Er zieht damit eine Linie gegenüber jenen kleineren Hotels, die eher bei GastroSuisse mitmachen. Diese erwirtschaften ihre Hauptumsätze meist in der Restauration und nicht im Logement.

Hotelsterne: Gerichtlich geschützt

Vergangene Woche informierte der Wirte-Branchenverband GastroSuisse über die Lancierung einer eigenen Klassifikations-Art. Die Wirte hatten den Vorschlag der Hoteliers zum Gebrauch der von ihnen entwickelten Sterne-Klassifikation zurückgewiesen.

Der Gebrauch von Hotel-Sternen ist den Wirten gerichtlich verboten worden. GastroSuisse wählte die Bezeichnungen "C1" für einfache bis "C5" für luxuriöse Hotels. Die Bewertung basiert auf Selbsteinschätzung und landesweit zwei kontrollierenden Experten.

Demgegenüber berücksichtige die modernisierte Klassifikation von hotelleriesuisse die gestiegenen Ansprüche der Gäste bezüglich Infrastruktur, Ausstattung und Dienstleistungs-Angebot eines Hotels.

Bessere Einbindung der Hotelketten

Die ab Januar 2007 geltende Hotelklassifikation beinhaltet sechs Neuerungen, wie Christoph Juen, CEO von hotelleriesuisse, erklärte. Nicht nur die Einführung des fakultativen Zusatzes "Superior" in den Drei-Sterne-, Vier-Sterne- sowie Fünf-Sterne-Kategorien ist neu.

Weitere Neuerungen betreffen die noch bessere Einbindung der internationalen Ketten- und Markenhotellerie, den Einbezug von Konsumenten-Organisationen und Schweiz Tourismus, die verstärkte Anerkennung von Qualitätsmanagement-Systemen, die Lancierung einer Instant-Klassifikation und die Durchführung von Mystery Checks.

Auch bakteriologische Tests

Mystery Checks sind unangemeldete Inspektionen - in diesem Fall durch unabhängige Auditoren des Genfer SGS-Konzerns. Die vermeintlichen Gäste prüfen nicht nur die Dienstleistungsqualität, sie machen auch hygienische Kontrollen. Die bakteriologischen Tests als Teil einer Hotelklassifikation sind weltweit einmalig.

hotelleriesuisse informiert die kontrollierten Betriebe und unterstützt Verbesserungen. Der Verband hat bislang 21 Mystery Checks durchführen lassen. Dabei zeigte sich, dass Freundlichkeit, Qualität und Service ausgezeichnet abschneiden. Bei der bakteriologischen Hygiene besteht jedoch Verbesserungspotenzial.

Im revidierten Klassifikationssystem von hotelleriesuisse sind 2240 Hotels und ähnliche Betriebe vertreten. Dies entspricht einer Zunahme von 32 Betrieben, obwohl die Anzahl Hotels in der Schweiz innerhalb eines Jahres von 5830 auf 5662 zurückgegangen ist.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Unter den 2240 neu von hotelleriesuisse klassifizierten Betrieben befinden sich
83 Fünf-Sterne-Hotels (-3 gegenüber dem Vorjahr),
443 Vier-Sterne-Hotels (+4),
976 Drei-Sterne-Hotels (-36),
301 Zwei-Sterne-Hotels (-22),
62 Ein-Stern-Hotels (-7),
166 Hotels ohne Sterne (+24).
In der letzten Kategorie sind auch hotelähnliche Betriebe wie Restotels vertreten.

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In Kürze

Der Hotelverband (hotelleriesuisse) vergibt in der Schweiz seit 1979 bis zu fünf Sterne an Hotels. Das System hat sich weltweit durchgesetzt.

Im Herbst 2004 stellte der Wirte-Verband GastroSuisse dieses Sterne-System in Frage, weil er es für seine Hotel-Betriebe als ungeeignet empfand.

Er führt nun für seine Klein- und Mittelbetriebe ein eigenes Hot-C-System ein, kennt aber die internationale Erfahrung und den Bezug zu Auslandgästen weniger.

Der Streit zwischen den beiden Verbänden machte als "Krieg der Sterne" während Jahren Schlagzeilen.

hotelleriesuisse hat nun 2240 Hotels und ähnliche Betriebe nach seiner revidierten Qualifikation neu klassifiziert.

Das Gros der in der Schweiz anfallenden Hotel-Übernachtungen (auch) von Ausländern und damit der Logement-Umsätze der Branche entfällt auf diese Betriebe mit Hotelsternen.

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