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Fischer: Weniger Fang wegen sauberen Seen

Fischer auf dem Silsersee im Oberengadin. Keystone

1'659 Tonnen Fisch haben Berufsfischerinnen und- fischer im Jahr 2000 aus den Schweizer Seen gezogen. Dies sind 10 Prozent weniger als im Mittel der letzten zehn Jahre. Grund für den Rückgang sind die saubereren Seen mit weniger Weissfischen.

Im Vergleich zu den 80er Jahren ging der Fangertrag gar um über ein Drittel zurück, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) mitteilt. Dank der in den 70er Jahren ergriffenen Gewässerschutz-Massnahmen verminderte sich der Phosphatgehalt des Wassers und damit das Algenwachstum.

Dadurch ging das Nahrungsangebot insbesondere für Weissfische wie Rotaugen, Brachsmen oder Schleien zurück. Deren Fang reduzierte sich im Vergleich zu den 80-er Jahren auf ein Viertel. In Seen, wo früher diese Fische dominierten, können sich nach BUWAL-Angaben wieder andere Fischarten etablieren. Langfristig entstehe so wieder die ursprüngliche Artenvielfalt.

Bielersee am ertragreichsten

Die dicksten Fänge bescherte den Fischern im vergangenen Jahr der Bielersee: 33 Kilo Fisch pro Hektare Seefläche. Lange Gesichter dürften die Fischer dagegen beim Einziehen der Netze im Brienzersee gemacht haben. Sie brachten gerade 0,7 Kilo pro Hektare ein.

Punkto Fangertrag wiesen Thuner- und Neuenburgersee ebenfalls überdurchschnittliche Werte auf. Im Vierwaldstätter- und im Walensee hingegen lagen die Fänge unter dem Zehnjahresmittel. Die beiden Seen sind eher nährstoffarm. Nach Angaben des BUWAL war aber auch in den nährstoffreichen Gewässern Sempacher- und Hallwilersee das Jahr 2000 wenig ertragreich.

Felchen sind Nummer Eins

Trotz allgemein saubereren Wassers blieb die Lage in einigen Seen kritisch. So erscheint etwa das Wasser im Sempachersee an der Oberfläche klar, auf dem Seeboden herrscht aber akuter Sauerstoffmangel.

Darunter litten vor allem die bodenlaichenden Fische wie Felchen und Seesaiblinge. Mit dem Aussetzen von Jungfischen versucht man dem entgegenzuwirken.

Der wichtigste Fisch indes blieb nach wie vor der Felchen. Auf diese Art entfielen zwei Drittel der Fänge. An zweiter Stelle folgte der Barsch (Egli). Nach BUWAL-Angaben machte er ein Viertel des Ertrags aus.

swissinfo und Agenturen

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