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Die Tennis-Talentschmiede von Biel

Auch Roger Federer ging einst durch die Talentschmiede "Tennis Etudes". Keystone

Die ganze Schweiz freut sich mit Roger Federer über dessen derzeitigen Erfolg am Grand Slam-Turnier in Wimbledon. Ganz besonders gross ist die Freude bei "Tennis-Etudes", der Nachwuchs-Talentschmiede des Schweizerischen Tennis-Verbands, durch die auch Federer gegangen ist.

Die «Villa Swiss Tennis» in Biel ist über hundert Jahre alt und liegt nicht weit entfernt vom Seeufer. Das altehrwürdige Gebäude diente einst als Männerheim, dann als Jugendtreff und seit Ende Januar 2000 als Unterkunft für vielversprechende Tennis-Nachwuchstalente. Sechs Jungen und drei Mädchen bewohnen derzeit die Räume der Villa, wo sie von einer «Hausmutter» betreut werden.

Die Sitten in der «Villa Swiss Tennis» gelten als streng. Eine Hausordnung hält klar fest, was erlaubt ist und was nicht. Unmissverständlich geregelt sind auch die – je nach Alter – gestaffelten Schlafenszeiten. Mädchenbesuche in Knabenzimmern (und umgekehrt) sind verboten.

Betrieben wird die Villa vom Schweizerischen Tennis-Verband (Swiss Tennis). Der Verband bietet mit der Villa jenen Nachwuchs-Talenten ein Obdach, die am Programm «Tennis Etudes» teilnehmen: Die Jugendlichen besuchen die öffentliche Schule und absolvieren in der unterrichtsfreien Zeit ein intensives Trainings-Programm auf den Einrichtungen des ebenfalls in Biel gelegenen «Haus des Tennis», dem nationalen Leistungs-Zentrum von Swiss Tennis.

Das Projekt «Tennis Etudes» sei ein voller Erfolg, sagte Daniel Monnin, Mediensprecher von Swiss Tennis gegenüber swissinfo: «Wir ermöglichen den jungen Spielerinnen und Spielern, ihre obligatorische Schulzeit trotz intensivem Training zu beenden.»

Auch Roger Federer ist durch die harte Schule von «Tennis Etudes» gegangen, allerdings zu einem Zeitpunkt, als es noch keine «Villa Swiss Tennis» gab, sondern das Programm noch in Ecublens bei Lausanne abgehalten wurde, und die Jugendlichen noch in Gastfamilien untergebracht werden mussten. Federer war 1995 knapp 14-jährig, als er sein Elternhaus in Münchenstein verliess und für zwei Jahre in der französischen Schweiz lebte.

Laut Daniel Monnin besteht ein direkter Zusammenhang zwischen «Tennis Etudes» und den derzeitigen Erfolgen im Schweizer Tennis: «Da gibt es sicher einen Zusammenhang. Wenn Jugendliche mit 14 in das Programm einsteigen, beenden sie ihre obligatorische Schulzeit und können trotzdem professionell trainieren. Dies schafft natürlich gute Voraussetzungen für spätere Erfolge.»

Im Programm «Tennis Etudes» reifen nach Aussage von Daniel Monnin derzeit die Tennisstars von morgen: «Da gäbe es einige Namen zu nennen: etwa die Geschwister Daniela und Mirjam Casanova, Stéphane Bohli oder Roman Valent.»

In Zukunft zu reden geben dürfte vermutlich auch der mit 19 Jahren bereits dem Juniorenalter entwachsene Michael Lammer. Auch er hatte am Programm «Tennis Etudes» teilgenommen – und wurde zu jener Zeit Vize-Europameister der Unter-18-Jährigen.

Felix Münger

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