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Historiker Walther Hofer 80 Jahre alt

Prof. Walther Hofer. Keystone

Der Schweizer Historiker Walther Hofer kann heute Freitag (10.11). in Stettlen bei Bern seinen 80. Geburtstag feiern. Vor allem mit seinen Forschungen zum Nationalsozialismus erwarb er internationales Renommée.

Sein Standardwerk «Der Nationalsozialismus. Dokumente 1933-1945» von 1957 erreichte eine Auflage von 1,2 Millionen und wurde in zwölf Sprachen übersetzt. Für seine Arbeiten über die Nazi-Zeit erhielt er das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und einen polnischen Orden.

Profilierter Aussenpolitiker

Bekannt wurde Hofer im Inland auch als profilierter Aussenpolitiker. Von 1963-79 gehörte er als SVP-Vertreter dem Nationalrat an. 1968-80 war er Mitglied des Europarats. Hofer wurde 1920 in Kappelen bei Aarberg als Sohn eines Lehrers geboren.

Hofer war von 1950-59 Professor an der Freien Universität Berlin und machte dann einen kurzen Abstecher an die Columbia University New York. Von 1960-88 lehrte er als Geschichtsprofessor an der Universität Bern.

«Hofer-Klub» kämpft gegen «Linke» in Medien

Etlichen Staub aufgewirbelt hat sein Engagement in der Schweizerischen Radio- und Fernsehvereinigung, die nach ihm zumeist nur noch «Hofer-Klub» hiess. Die Organisation hatte sich den Kampf gegen den Linkstrend bei Radio und Fernsehen auf die Fahne geschrieben – erfolgreich, wie Hofer in der Rückschau feststellt.

Zugesetzt hat Hofer der Ehrverletzungsprozess mit den Nachfahren des Zürcher Anwalts Wilhelm Frick, den er 1983 als «Vertrauensanwalt der Gestapo» bezeichnet hatte. Hofer wurde dafür vom Zürcher Obergericht mit 1000 Franken gebüsst. Das Bundesgericht schützte dieses Urteil.

Kürzlich hat ihn der Ständerat moralisch rehabilitiert und festgestellt, das oberste Gericht habe das Urteil nur aus «formaljuristischen Gründen» geschützt. Es sei gewiss ein sehr rarer Vorgang, dass das Parlament sich mit einem Urteil des Bundesgerichts befasst, erklärte Hofer dazu.

Die historische Arbeit lässt ihn auch jetzt noch nicht los: Walther Hofer arbeitet zur Zeit an der Analyse «Das Dritte Reich, die Westmächte und die Schweiz», die demnächst erscheinen soll.

swissinfo und Agenturen

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