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Hydro 2000 – grosse Wasserkraftwerke vor neuen Herausforderungen

Die Staudämme der riesigen Wasserkraftwerke überfluten wertvolle Kulturgüter. Beispiel: die alte Brücke von Hasankeyf in derTürkei. Keystone

Diesen Mittwoch (04.10.) geht in Bern die "Hydro 2000", eine zweitägige grosse internationale Konferenz der Staudamm- und Kraftwerkbauer, zu Ende. Konferenzthema: Wie kann den grossen Wasserkraftwerken weltweit die Zukunft gesichert werden?

Die Wasserkraft stehe vor grossen Herausforderungen, und die über 100-jährige Technologie müsse heute unter veränderten Bedingungen funktionieren. Das ist das Fazit der Konferenz-Debatte der rund 500 Delegierten aus 45 Ländern.
Man müsse die Vorteile der Hydroenergie besser herausstreichen, auch jene, die weniger ersichtlich seien. Damit will die Konferenz die wichtige Rolle der Wasserkraft auch im 21. Jahrhundert festigen. Im Zentrum stehen auch soziale, wirtschaftliche, finanzielle Aspekte sowie Umweltfragen.

Nun haben Staudämme einige der fruchtbarsten Gebiete der Erde überschwemmt und mindestens 30 bis 60 Millionen Menschen zur Umsiedlung gezwungen. Viele Mammutkraftwerke sind zudem Monumente der Misswirtschaft und Korruption.

Die Staudammfirmen beteuern, Lehren aus der Vergangenheit gezogen zu haben. Die Entwicklungs-Organisation Erklärung von Bern (EvB) ist jedoch der Ansicht, dass die Praxis der Firmen anders aussieht. Diese planten weiterhin Riesenprojekte wie Ilisu (Türkei), Drei Schluchten (China) oder Narmada (Indien), die massiv gegen die Menschenrechte und die Umweltverträglichkeit verstossen würden.

Um gegen den Bau solcher Staudämme zu protestieren, hat die EvB zusammen mit der Föderation der kurdischen Vereine in der Schweiz vor dem Berner Rathaus eine friedliche Kundgebung durchgeführt.

Jean-Michel Berthoud, swissinfo

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