UNO verhindert Demonstrationsflug nach Irak
Am Freitag (29.09.) sollte in Paris ein Flugzeug nach Bagdad abheben. 150 Parlamentarier, Künstler und Medienschaffende aus fünf europäischen Ländern, darunter auch aus der Schweiz, wollten das über Irak verhängte Flug-Embargo der UNO brechen.
Um den in Frankreich geplanten Demonstrationsflug nach Irak zu verhindern, schob die UNO offenbar formale Gründe vor. Der Flug sei bei der zuständigen UNO-Stelle nicht gemeldet worden. Auch die Möglichkeit mit einer russischen Maschine zu fliegen, wurde mit den gleichen Argumenten verhindert.
Der katholische Geistliche Yves Buannic, der die Aktion «Ein Flugzeug für Irak» der Organisation «Kinder der Welt» vorbereitet hatte, warf den Behörden «Feigheit» vor, weil sie die humanitäre Aktion zu Gunsten der irakischen Bevölkerung nicht unterstützt hätten.
Aus der Schweiz wären SP-Nationalrätin Ruth-Gaby Vermot-Mangold und der Grüne Nationalrat Patrice Mugny mitgeflogen.
Wie Vermot-Mangold gegenüber swissinfo vor Reisebeginn erklärt hatte, habe das UNO-Handelsembargo zwar das Ziel, das Regime in Bagdad zu schwächen. In Tat und Wahrheit leide aber die irakische Zivilbevölkerung. Zehn Jahre nach dem Golfkrieg zeige die UNO immer noch keine Bereitschaft das Embargo zu lockern.
Mit der Reise nach Irak beabsichtigten die Teilnehmer, die internationale Isolation des Irak zu durchbrechen. Die beiden Schweizer Parlamentsmitglieder wollten irakische Frauengruppen treffen. Denn die Kinder dieser Frauen seien die ersten Opfer «dieser mörderischen Isolation», heisst es in einer Mitteilung. Wegen des Embargos würden jedes Jahr rund 40’000 Kinder sterben.
swissinfo und Agenturen
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